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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
71. DER KURDIREKTOR
Von eminenter Wichtigkeit erscheint es mir, daß die Vertreter
des Hotel-, Fremdenheim- und Gastgewerbes auf die
Wahl der Person eines Kurdirektors oder Kurkommissars oder
Verkehrsdirektors, oder wie man diese wichtige Persönlichkeit
nennen will, entscheidenden Einfluß haben. Ja, ich gehe noch
weiter! Diese Damen und Herren sollten, im eigenen wie im
allgemeinen Interesse, darauf dringen, daß der Leiter der örtlichen
Verkehrsangelegenheiten und der heutzutage mehr denn
je wichtigen Reklame entweder aus den Reihen der Werbefachmänner
oder aus dem Hotelgewerbe selbst genommen
wird. Unter den Hotelfachleuten gibt es eine große Auswahl von
Männern, die für einen solchen Posten prädestiniert sind. Sie
haben die nötigen Sach- und Fachkenntnisse. Sie besitzen die
erforderliche Welterfahrung und Menschenkenntnis, die uner-Jäßlich
sind, wenn der Posten gut verwaltet werden soll. Sie sind
weit herumgekommen in der Welt. Sie hatten durch ihren
Beruf Gelegenheit, die Einrichtungen und Verhältnisse zahlreicher
Fremdenzentren, Kur- und Badeorte des In- und Auslandes
an Ort und Stelle zu studieren. Sie sprechen die Weltsprachen,
deren Kenntnis in allen derartigen Stellungen nicht
nur nützlich, sondern auch nötig ist. Sie sind die geborenen
Vermittler zwischen den beiden Interessenten, deren Interessenwahrung
ihnen anvertraut ist: den fremden Gästen und der
einheimischen Bevölkerung. Denn es ist falsch, zu glauben, daß
der Kurdirektor — ich will der Einfachheit halber bei dieser
Bezeichnung bleiben — nur die Belange der örtlichen Verkehrsinteressenten
vertreten und schützen dürfe. Tut er das, dann
faßt er seine Aufgabe grundfalsch auf und gehört nicht an
diesen Posten. Der Kurdirektor kann seinem Ort unendlich viel
nützen, wenn er sich recht nachdrücklich für die berechtigten
Interessen der fremden Gäste einsetzt. Nur dann kann der Ort
blühen und gedeihen — wie es poetisch in festlichen Ansprachen