Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

564 
Siebter Abschnitt. 
schleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Ge- 
gellschaft in größeren oder kleineren Massen zersplitterten Geld- 
mittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, 
aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampt 
wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus 
zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. 
Im Maß, wie sich die kapitalistische Produktion und Akkumula- 
tion entfalten, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, 
die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt 
der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, das 
heißt die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalist!- 
schen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die tech 
nischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmunge® 
schafit, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des 
Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige AD“ 
ziehungskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation 
stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und 
Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grade be 
stimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reich 
tums und die Ueberlegenheit des ökonomischen Mechanismus, ® 
hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem 
positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und 
dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentratioh 
die nur ein anderer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterte! 
Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße ver 
änderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Ver 
änderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesell- 
schaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Mass® 
in_einer Hand. anwachsen, weil_es.dörf. vielen einzelnen. Hände? 
entzogen wird. In einem gegebenen Geschäftszweig hätte die Ze?” 
tralisation ihre äußerste Grenze erreicht; wenn alle darin angelegte? 
Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. In eine 
gegebenen Gesellschaft wäre. diese Grenze erreicht_erst in..d®® 
Augenblick, wo das gesamte gesellschaftliche Kapital vereinigt wär® 
in der Hand, sei es eines einzelnen Kapitalisten, sei es einer einzige? 
Kapitalistengemeinschaft.1 
Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, inde” 
sie die industriellen Kapitalisten instand setzt. die Shufenleiter ihre 
tt Zu diesem Vorausblick, der vor 40 Jahren (1874) nieder 
geschrieben wurde (er ist der französischen Ausgabe entnommen), konnte 
Engels schon 1890 bemerken: „Die neuesten englischen und amerikanisch“ 
„Trusts“ streben dies Ziel bereits an, indem sie versuchen, wenigstens Sän 
liche Großbetriebe eines Geschäftszweiges zu einer großen Aktiengesel” 
schaft mit praktischem Monopol zu vereinigen.“ — Seitdem hat sich di 
Kartellwirtschaft in ganz Europa eingebürgert, und in Amerika ist die F or 
des hör“ bereits tatsächlich zur Form des Großkapitals überhaupt 8 
WOorden. N
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.