fullscreen: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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1. Ab 1. August sollen die Gedinge so abgeschlossen werden, 
daß der Hauerdurchschnittslohn einschließlich Zulage Pro Schicht 
7 Mark beträgt- Schlepper sollen entsprechend der jetzigen Re 
gelung 1,20 Mark bis 2 Mark weniger erhalten. 
2. Die Schichtlöhne werden um 10 bis 20 Pf. pro Schicht 
erhöht; der Lohn der betreffenden Arbeiter (einschließlich ju 
gendliche und weibliche) bleibt dann 1 bis 4 Mark hinter dem 
Hauerdurchschnittslohn zurück. 
3. Der wöchentlich zu zahlende Abschlag wird auf 4 Mark 
pro verfahrener Schicht erhöht. 
Am Sonntag, den 5 August, haben im niederschlesischen 
Kohlenreviere sechs sehr stark besuchte Bergarbeiterversammlun- 
gen zu verstehendem Ergebnis der Einigungsverhandlungen 
Stellung genommen. Die Versammelten erklärten diese Zuge 
ständnisse als völlig unzureichend in Anbetracht der Teuerungs 
verhältnisse, es könne sich deshalb nur um ein vorläufiges Er 
gebnis handeln. In der einstimmig angenommenen Resolution 
kam der Wille der Bergarbeiter, „alles zu tun, dainit in der 
Kohlenförderung keine Stockung eintritt und die Förderziffer 
möglichst steigt", einmütig zum Ausdruck. Die Versammelten 
forderten nun zwecks Aufbesserung der durchaus unzulänglichen 
Löhne eine Staatshilse irgend einer Form für den niederschle 
sischen Kohlenbergbau, weis die Werksvertreter versichert Hütten, 
bei den gegenwärtigen Betriebskosten die an sich berechtigten 
Lohnforderungen der Arbeiter nicht bewilligen zu können. 
Diese Forderungen sind Ew. Exzellenz durch die vom 
11. August datierte Eingabe aus Niederschlesien zur Kenntnis 
gebracht. 
Seitens der erwähnten Versammlungen ist dann der unter 
zeichnete Vorstand ersucht worden, ihre Eingaben an Ew- Exzellenz 
zu unterstützen. Wir kommen diesem Ersuchen selbstverständlich 
gern nach, weil uns. die Lohnverhältnisse der niederschlesischen 
Bergleute als außerordentlich mißliche, die fernere Leistungs 
fähigkeit der Belegschaften ernstlich in Frage stellend, bekannt 
sind.' Uns ist ferner bekannt, daß auch aus den Kreisen der 
Werksbesitzer rückhaltslos die Notwendigkeit einer besseren Lohn 
zahlung zugegeben wird. Dortseits wird aber eingewandt, die 
gegenwärtigen Einnähn,en und Selbstkosten der Werke gestatteten 
es beim besten Willen nicht, die an sich berechtigten Lohnan- 
sprüche der Arbeiter zu bewilligen. Ob und inwieweit dies für 
die einzelnen Werksunternehmungen zutrifft, können wir nicht 
nachprüfen, da uns die für diese Prüfung unerläßlichen Unter 
lagen. d. h. die Nachweise der Selbstkosten und Betriebsgckvinne, 
nicht zugänglich sind. 
Da über die starke Unzulänglichkeit der Bergarbeiterlöhne 
im niederschlesischen Kohlenrevier kein Zweifel bestehen kann, 
bitten wir Ew. Exzellenz, baldmöglichst durch bergbauliche Sach-
	        
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