Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Erzeuger  ganz  erfaßt  werden  und  zur  Verteilung  gelangen,  und
daß  zur  Herstellung  von  Spiritus  nur  das  unbedingt  zu  Heereszwecken ­
  notwendige  Quantum  verwendet  wird.
Die  Reichskartoffelstelle  beabsichtigt,  die  Ansammlung  von
Bezirks-  und  Staatsreserven  an  Kartoffeln  auf  Kosten  der  täglichen ­
  Ration  vorzunehmen,  dergestalt,  daß  den  Gemeinden  vorläufig ­
  nur  75  Prozent  ihres  Bedarfes  ausgehändigt  werden,
während  36  Prozent  der  Ration  zur  Reserve  verwandt  werden
sollen.  Hiergegen  erheben  wir  den  schärfsten  Widerspruch,  da
nach  unserer  Ansicht  wieder  der  gleiche  Kartoffelmangel  eintreten
wird,  wie  im  Vorjahre  und  im  laufenden  Jahre  und  jede  Einkellerung ­
  unmöglich  gemacht  wird.  Nach  unserer  Ansicht  müssen
die  Reservebestände  über  das  tägliche  Quantum  hinaus  angesammelt ­
  werden,  dergestalt,  daß  sic  erst  unmittelbar  vor  der  nächsten
neuen  Ernte  zur  Ausgabe  gelangen  und  eine  Einkellerung  der
Kartoffeln  dadurch  nicht  verhindert  wird-Tie
  Absicht,  durch  Abschlachtung  einer  größeren  Menge  von
Vieh  die  Verfütterung  der  Kartoffeln  im  Laufe  des  Winters
hintanzuhalten,  begrüßen  auch  wir  und  bitten  uin  strenge  Durchführung. ­

Mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
(Folgen  Unterschriften  der  vier  Bergarbeiterverbände.)

Lohnerhöhung  der  niederschlcsischen  Kohlenbergleute.
B  o  ch  u  m,  den  20.  August  1917.
An  das  Kriegsamt,  z.  H.  Sr.  Exzellenz  des  Herrn  Generalleutnants ­
  Groener,  Berlin.
Die  Bergleute  in  Niederschlesien,  Bezirke  Waldenburg  und
Neurode,  sind  infolge  der  abnormen  Teuerunzsverhältnisse  zu
der  Forderung  einer  Lohnerhöhung  genötigt  worden.  Wie  aus
der  an  Ew.  Exzellenz  unterm  11.  August  von  der  Bezirksleitung
Waldenburg  des  deutschen  Bergarbeiterverbandes  gerichteten
Lohneingabe  ersichtlich  ist,  verlangten  die  Belegschaften:  1.  einen
Hauerdurchschnittslohn  von  8  Mark;  die  übrigen  Löhne  sollen
dementsprechend  aufgebessert  werden;  2.  eine  wöchentliche  Abschlagszahlung ­
  von  4  Mark  (statt  bisher  3  Mark)  pro  verfahrener
Schicht.  Bei  der  im  Mai—Juni  vor  dem  Schlichtungsausschuß
stattgefundenen  Einigungsverhandlung  erklärten  die  Werksvertreter, ­
  die  gestellten  Lohnforderungen  seien  zwar  durch  die
Teuerungsverhältnisse  berechtigt,  jedoch  seien  die  Werks  b  escher
wegen  der  hohen  Selbstkosten  der  Kohlengewinnung  außerstande,
die  Lohnforderungen  in  deni  gewünschten  Maße  zu  bewilligen.
Um  diese  ihre  Behauptung  zu  beweisen,  machten  die  Werksvertreter
  eine  Reihe  Angaben  über  die  Betriebsausgaben,  -Einnahmen ­
  und  ihre  Steigerung.  Arbeiterseits  konnten  diese  Annähen ­
  nicht  nachgeprüft  werden.  Man  einigte  sich  auf  folgenden
Vergleich:
            
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