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Futtermittel.
') Landw. Versuchs-Stationen 1889, 36, 29.
6. Rohfaser. 15—40 g Schlempe bezw. Treber, 2—3 g Trockensubstanz ent
sprechend, werden unter Berücksichtigung des Wassergehaltes der Schlempe direkt
nach S. 245 unter I oder auch nach dem Eindunsten wie unter 2 S. 249 behandelt.
7. Asche. 25—50 g werden in einer Platinschale erst auf dem Wasserbade
eingetrocknet und dann wie üblich verascht.
Die Stärkeschlempen sind meistens sehr arm an Mineralstoffen (besonders an
Kali- und Phosphorsäure).
8. Alkohol. Sollte die Bestimmung des Alkohols, welcher gewöhnlich nur in Spuren
in der Schlempe vorhanden ist, gewünscht werden, so werden nach M. Märcker 3 1 Schlempe
in eine geräumige Retorte gebracht, welche in einem Wasserbado erhitzt wird und durch
deren Tubus man mittels eines bis auf den Boden der Retorte reichenden Glasrohres
Wasserdampf einleitet, und so 300 ccm bei vorgelegtem Kühler abdestilliert; man ermittelt
das spezifische Gewicht dieser Flüssigkeit und berechnet den Alkoholgehalt nach der
Alkohol-Tabelle; jedem Alkoholometergrad im Destillat entspricht '/in Volumprozent
Alkohol in der Schlempe. Bei geringem Gehalt an Alkohol empfiehlt es sich, die 300 ccm
nochmals zu destillieren und von 100 ccm Destillat das spez. Gewicht zu bestimmen.
Zum qualitativen Nachweise des Alkohols verzetzt man das Destillat mit einigen
Tropfen einer gesättigten Lösung von Jod in Jodkalium (1 Teil Jodkalium auf 6—6 Teile
Wasser), fügt darauf verdünnte Kalilauge zu, bis die braune Jodfarbe fast verschwunden
ist, stellt kurze Zeit in heißes Wasser und läßt ruhig erkalten; bei Anwesenheit von
Alkohol bildet sich ein gelber, kristallinischer Absatz von Jodoform, bei geringer Menge
ein deutlicher Geruch nach Jodoform.
9. Glyzerin. Nach H. v. Törring') enthalten die Brauntweinschlempen im natür
lichen Zustande 0,156—0,300 °/ 0 Glyzerin oder 2,5—3,9 °/ 0 der Trockensubstanz.
Zur quantitativen Bestimmung wird das Filtrat von 30 g Schlempe samt dom Nach-
wasohwasser in einer Schale auf dem Wasserbade bis auf etwa 5 ccm eingedampft, 15 g
gebrannter Gips hinzugefügt, die zu erhärten beginnende Masse gut verrieben und das er
haltene Pulver im Heberextraktionsapparat etwa 6 Stunden lang mit absolutem Alkohol aus
gezogen. Die alkoholische Lösung wird unter Zusatz von 10—20 ccm Wasser bis zur
völligen Verjagung des Alkohols erwärmt und darauf die wässerige, Glyzerin enthaltende
Lösung der Destillation unterworfen. Zu dem Zweck wird die Lösung iu eine etwa 100 ccm
fassende Retorte umgefüllt, welche sich in einem mit Thermometer versehenen Luftbade von
Eisenblech befindet; die Retorte steht luftdicht mit einem Liebigschen Kühler und das
umgebogene Endstück des inneren Kühlrohres desgl. durch einen mit einem doppelt durch
bohrten Pfropfen verschlossenen, starkwaudigeu Kolben in Verbindung; durch die eine
Öffnung des Pfropfens geht das umgehogene Endstück des Kühlrohres bis in die Mitte des
Kolbens, durch die andere Öffnung führt ein Glasrohr zu einer Wasserluftpumpe; in die
letztere Verbindung ist ein Quecksilbermanometer eingeschaltet. Die Wasserluftpumpe muß
die Luftverdüunung bis auf die Tension des Wasserdampfes hersteilen können.
Zuerst wird das Luftbad auf 160—170° erwärmt, bis alles Wasser in die Vorlage
überdestilliert ist; dann verbindet man mit der Wasserstrahlpumpe, evakuiert und destilliert
unter Steigerung der Temperatur auf 190—210°; um die letzten Spuren Glyzerin aus dem
Destillationsrohr zu entfernen, läßt man 3—4 com Wasser in die erkaltete Retorte tröpfeln
und destilliert ohne Anwendung des Vakuums bei 150—170° im Luftbade weiter.
In dem 10—16 ccm betragenden Destillat, welches nicht mehr als 0,2 g Glyzerin in
0,5—1 °/ 0 -iger Stärke enthalten darf — bei geringerem oder höherem Gehalt konzentriert
oder verdünnt man entsprechend —, bestimmt man nach v. Törring das Glyzerin dadurch,
daß man das Destillat mit 5 ccm Benzoylchlorid und 35 ccm einer 10 %-igen Natronlauge
unter wiederholter Abkühlung längere Zeit kräftig durchschüttelt, bis das Glyzerinbenzoat
fest geworden ist. Die hart gewordene Masse wird schließlich nach dem Zerreiben in der
alkalischen Flüssigkeit auf einem gewogenen Filter gesammelt, mit Wasser gewaschen,
2 — 3 Stunden bei 100° getrocknet und gewogen; 0,386 g Glyzerinbenzoat entsprechen
0.1 g Glyzerin.