fullscreen: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

260 
Futtermittel. 
') Landw. Versuchs-Stationen 1889, 36, 29. 
6. Rohfaser. 15—40 g Schlempe bezw. Treber, 2—3 g Trockensubstanz ent 
sprechend, werden unter Berücksichtigung des Wassergehaltes der Schlempe direkt 
nach S. 245 unter I oder auch nach dem Eindunsten wie unter 2 S. 249 behandelt. 
7. Asche. 25—50 g werden in einer Platinschale erst auf dem Wasserbade 
eingetrocknet und dann wie üblich verascht. 
Die Stärkeschlempen sind meistens sehr arm an Mineralstoffen (besonders an 
Kali- und Phosphorsäure). 
8. Alkohol. Sollte die Bestimmung des Alkohols, welcher gewöhnlich nur in Spuren 
in der Schlempe vorhanden ist, gewünscht werden, so werden nach M. Märcker 3 1 Schlempe 
in eine geräumige Retorte gebracht, welche in einem Wasserbado erhitzt wird und durch 
deren Tubus man mittels eines bis auf den Boden der Retorte reichenden Glasrohres 
Wasserdampf einleitet, und so 300 ccm bei vorgelegtem Kühler abdestilliert; man ermittelt 
das spezifische Gewicht dieser Flüssigkeit und berechnet den Alkoholgehalt nach der 
Alkohol-Tabelle; jedem Alkoholometergrad im Destillat entspricht '/in Volumprozent 
Alkohol in der Schlempe. Bei geringem Gehalt an Alkohol empfiehlt es sich, die 300 ccm 
nochmals zu destillieren und von 100 ccm Destillat das spez. Gewicht zu bestimmen. 
Zum qualitativen Nachweise des Alkohols verzetzt man das Destillat mit einigen 
Tropfen einer gesättigten Lösung von Jod in Jodkalium (1 Teil Jodkalium auf 6—6 Teile 
Wasser), fügt darauf verdünnte Kalilauge zu, bis die braune Jodfarbe fast verschwunden 
ist, stellt kurze Zeit in heißes Wasser und läßt ruhig erkalten; bei Anwesenheit von 
Alkohol bildet sich ein gelber, kristallinischer Absatz von Jodoform, bei geringer Menge 
ein deutlicher Geruch nach Jodoform. 
9. Glyzerin. Nach H. v. Törring') enthalten die Brauntweinschlempen im natür 
lichen Zustande 0,156—0,300 °/ 0 Glyzerin oder 2,5—3,9 °/ 0 der Trockensubstanz. 
Zur quantitativen Bestimmung wird das Filtrat von 30 g Schlempe samt dom Nach- 
wasohwasser in einer Schale auf dem Wasserbade bis auf etwa 5 ccm eingedampft, 15 g 
gebrannter Gips hinzugefügt, die zu erhärten beginnende Masse gut verrieben und das er 
haltene Pulver im Heberextraktionsapparat etwa 6 Stunden lang mit absolutem Alkohol aus 
gezogen. Die alkoholische Lösung wird unter Zusatz von 10—20 ccm Wasser bis zur 
völligen Verjagung des Alkohols erwärmt und darauf die wässerige, Glyzerin enthaltende 
Lösung der Destillation unterworfen. Zu dem Zweck wird die Lösung iu eine etwa 100 ccm 
fassende Retorte umgefüllt, welche sich in einem mit Thermometer versehenen Luftbade von 
Eisenblech befindet; die Retorte steht luftdicht mit einem Liebigschen Kühler und das 
umgebogene Endstück des inneren Kühlrohres desgl. durch einen mit einem doppelt durch 
bohrten Pfropfen verschlossenen, starkwaudigeu Kolben in Verbindung; durch die eine 
Öffnung des Pfropfens geht das umgehogene Endstück des Kühlrohres bis in die Mitte des 
Kolbens, durch die andere Öffnung führt ein Glasrohr zu einer Wasserluftpumpe; in die 
letztere Verbindung ist ein Quecksilbermanometer eingeschaltet. Die Wasserluftpumpe muß 
die Luftverdüunung bis auf die Tension des Wasserdampfes hersteilen können. 
Zuerst wird das Luftbad auf 160—170° erwärmt, bis alles Wasser in die Vorlage 
überdestilliert ist; dann verbindet man mit der Wasserstrahlpumpe, evakuiert und destilliert 
unter Steigerung der Temperatur auf 190—210°; um die letzten Spuren Glyzerin aus dem 
Destillationsrohr zu entfernen, läßt man 3—4 com Wasser in die erkaltete Retorte tröpfeln 
und destilliert ohne Anwendung des Vakuums bei 150—170° im Luftbade weiter. 
In dem 10—16 ccm betragenden Destillat, welches nicht mehr als 0,2 g Glyzerin in 
0,5—1 °/ 0 -iger Stärke enthalten darf — bei geringerem oder höherem Gehalt konzentriert 
oder verdünnt man entsprechend —, bestimmt man nach v. Törring das Glyzerin dadurch, 
daß man das Destillat mit 5 ccm Benzoylchlorid und 35 ccm einer 10 %-igen Natronlauge 
unter wiederholter Abkühlung längere Zeit kräftig durchschüttelt, bis das Glyzerinbenzoat 
fest geworden ist. Die hart gewordene Masse wird schließlich nach dem Zerreiben in der 
alkalischen Flüssigkeit auf einem gewogenen Filter gesammelt, mit Wasser gewaschen, 
2 — 3 Stunden bei 100° getrocknet und gewogen; 0,386 g Glyzerinbenzoat entsprechen 
0.1 g Glyzerin.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.