Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Badische  Anilin-  und  Soda-Fabrik,  Ludwigshafen  a.  Rh.  19*

einer  Zulage  von  3,50  M.  für  die  halbe  und  von  7  M.  für  die  ganze  Urlaubswoche.  Im  Jahre
1912  wurden  an  2494  Arbeiter  109  048,73  M.  Urlaubslöhne  mit  Zulagen  ausbezahlt.  Meister,
Aufseher  und  Vorarbeiter  erhalten  unter  Fortzahlung  von  Gehalt  und  Lohn  8  ^tägigen
Urlaub.
Solche  Arbeiter,  die  noch  keinen  oder  nur  den  kürzeren  Anspruch  auf  Urlaub  haben  und
in  Betrieben  beschäftigt  werden,  in  denen  sie  besonderen  Einflüssen  ausgesetzt  sind,  werden
nach  Anordnung  des  Fabrikarztes  in  das  Erholungshaus  der  Fabrik  auf  8  Tage  beurlaubt.
Während  die  Fabrik  es  sich  durch  diese  Maßnahmen  angelegen  sein  läßt,  die  Gesundheit
ihrer  Angehörigen  zu  fördern  und  Krankheiten  und  Unfälle  zu  verhüten,  ist  sie  andererseits
bestrebt,  durch
Krankenfürsorge
auch  für  den  erkrankten  Arbeiter  weitgehendst  zu  sorgen.  Zu  diesem  Zweck  stehen  neben
den  auswärtigen  Kassenärzten  5  Fabrikärzte,  3  Heilgehilfen  und  5  Pflegeschwestern  zur
Verfügung.  Innerhalb  der  Fabrikanlage  ist  ein  reich  ausgestattetes
AMBULATORIUM  eingerichtet,  das  auch  der  Spezialbehandlung  durch  Augen-,  Ohrenund
  Zahnärzte  dient,  ferner  mit  Apparaten  für  schwedische  Heilgymnastik,  für  elektrotherapeutische
  und  Röntgenstrahlenbehandlung  und  Röntgenphotographie,  sowie  mit
elektrischen  Licht-  und  Wannenbädern  versehen  ist.  Ein  Untersuchungslaboratorium  dient
neben  den  gewöhnlichen  Untersuchungen  von  Blut,  Urin,  Sputum  speziell  gewerbehygienischen ­
  Zwecken.
Zu  dem  Krankengeld,  das  die  Betriebskrankenkasse  leistet,  gewährt  die  Fabrik  an
Arbeiter,  die  mindestens  2  Jahre  in  der  Fabrik  beschäftigt  waren,  aus  eigenen  Mitteln
einen  freiwilligen  Krankengeldzuschuß  in  Höhe  des  halben  Krankengeldes,  pro  Jahr
etwa  90  000  M.  In  besonderen  Fällen  wird  Krankenkost  abgegeben.
Für  Rekonvaleszentenpflege  steht  das  von  der  Fabrik  im  Jahre  1904  erbaute

Erholungshaus  Kirchheimbolanden.
            
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