Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Ludwigshafen a. Rh. 21*
eine größere Anzahl von Frauen, Witwen und Kindern zu Kuren in Heilstätten und Erholungshäuser
zu entsenden. Der erste kaufmännische Direktor der Fabrik, Herr Geheimer
Kommerzienrat Robert Hüttenmüller, hat durch eine Stiftung von 70 000 M. die Fabrik
in die Lage gesetzt, ein zweites Erholungsheim zu errichten, in welchem Frauen und
Kinder von Arbeitern und Angestellten zur Wiedererlangung ihrer Gesundheit Aufnahme
auf mehrere Wochen finden sollen. Der Betrieb wird von der Fabrik übernommen.
Die Kosten für freie ärztliche Behandlung der Arbeiterfamilien belaufen sich pro Jahr
auf etwa 60 000 M.
Eine Einrichtung von großer sanitärer Bedeutung, deren Zweckmäßigkeit und segensreiche
Wirkung in den oft schwierigen Verhältnissen des Arbeiterhaushalts zur Geltung
kommt, ist das von der Fabrik im Jahre 1894 errichtete
WÖCHNERINNENASYL. Dasselbe bietet Raum für 12 Wöchnerinnen. Die Leitung
untersteht einem Frauenarzt. Die Wöchnerinnenpflege versehen 2 Schwestern vom roten
Kreuz, von denen eine geprüfte Hebamme ist. Jährlich werden etwa 210 Frauen aufgenommen,
welche im Durchschnitt 13 Tage in der Anstalt verbleiben. Auch
SÄUGLINGSFÜRSORGE wird durch Abgabe von Säuglingsmilch, welche in der Milchküche
des Frauenvereins Mannheim unter Beachtung aller hygienischen Vorschriften hergestellt
wird, sowie durch ärztliche Kontrolle der Säuglingskinder geübt. Die Fabrik übernimmt
die Hälfte der Milch- und die Transportkosten.
BADEANSTALT FÜR FRAUEN UND KINDER. In Rücksicht auf die Wichtigkeit
des Badens für die Gesundheit hat die Fabrik durch eine im Jahre 1893 erbaute Badeanstalt
für Frauen und Kinder auch diesen die Möglichkeit gegeben, diese Forderung der Gesundheitspflege
zu erfüllen. Nach Erweiterung der Anstalt stehen heute 32 Wannen und
24 Brausezellen zu unentgeltlicher Benutzung zur Verfügung. Im Jahre werden etwa
54 000 Bäder genommen, d. i. pro Badetag 180 Bäder im Durchschnitt.
Kolonie Hemshof.