Kakao
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Kaktusholz
asiatische Vorkommen ist der feine Zeylon-K.,
der nahezu vollständig nach London gelangt, und
der nach Amsterdam eingeführte Java-K. Aus
Afrika kommt neuerdings der Kamerun-K. in
den deutschen Handel. — Zur Verarbeitung
der Kakaobohnen auf menschliche Genußmittel
werden meist mehrere Sorten vermischt und
dann in sog. Kakaomühlen bis zur äußersten
Feinheit zerrieben. Das wegen seines hohen
Fettgehaltes flüssige, homogene Gemisch erstarrt
beim Abkühlen zu der sog. Kakaomasse,
welche den Ausgangsstoff für die verschiedenen
K.-Erzeugnisse darstellt. Durch teilweises Ab
pressen des Fettes in hydraulischen Pressen bei
erhöhter Temperatur erhält man das Kakao
pulver, das häufig noch mit Wasserdampf, Pott
asche, Soda, kohlensaurer Magnesia oder Ammo
niak behandelt wird und dabei den aufge
schlossenen K. liefert. Die für letzteren viel
fach benutzte Bezeichnung löslicher K. ist un
richtig, da dieses Erzeugnis lediglich die Eigen
schaft besitzt, sich in Wasser längere Zeit schwe
bend zu erhalten, ohne einen Bodensatz zu bil
den. Zurzeit wird das Aufschließen meist mit
den Kernen vor dem Pulverisieren und Entfetten
vorgenommen. Als bestes Verfahren empfiehlt
Zippercr die Behandlung mit Ammoniak, da
dieses flüchtig ist, während mit den fixen Alka
lien dem IC fremde Bestandteile einverleibt wer
den. Voraussetzung ist allerdings die völlige Ver
tagung des Ammoniaks, da sonst übelriechende
Erzeugnisse entstehen.: Gemische gleicher Teile
K. und Hafermehl kommen als Hafer-K, in den
Handel. Zur Herstellung von Schokolade ver
setzt man die fetthaltige, noch flüssige Kakao-
masse mit der gleichen bis anderthalbfachen
Menge Zucker und vermischt sie mit besonderen
Wajzen auf das sorgfältigste. Unter Umständen
werden auch größere Mengen Zucker, ferner
Kakaobutter und Gewürze (Vanille, Zimt, Nelken,
Muskat, Perubalsam) hinzugesetzt. Eine durch
Zusatz von sehr viel Fett leicht schmelzbare
Schokolade, die zum Überziehen von Zucker
kernen (Pralinös) oder Zuckerplatten (Creme
schokolade) dienen, nennt man Kuvertüre. Die
mit Hilfe von Milch oder Sahne zubereitete
Milch Schokolade aus der Schweiz wird jetzt
auch in Deutschland in großen Mengen her
gestellt. Im Hinblick auf ihren hohen Preis
unterliegen alle Kakaowaren mannigfachen Ver
fälschungen. In erster Linie sind Zusätze von
Mehl und Stärke, von Mineralstoffen (Eisenoxyd,
Ocker, Bolus), Teerfarbstoffen und Sandelholz
und den wertlosen gemahlenen Kakaoschalen zu
erwähnen. Außerdem wird bisweilen zu viel von
der Kakaobutter abgepreßt und durch billigere
Fette (Sesamöl, Talg, Kokosfett) ersetzt, und
schließlich kann durch Beimischung übermäßi
ger Zuckermengen Verfälschung erfolgen. Nach
den Beschlüssen des Verbandes Deutscher Scho
koladenfabrikanten, welche mit großem Nach
druck für die Reinhaltung ihrer Industrie ein-
treten, dürfen fremde fette, Schalen und sog.
Fettsparer (Tragant, Gelatine, Dextrin) überhaupt
nicht benutzt werden. Der Zuckergehalt soll
70 o/o nicht übersteigen und ein etwaiger Mehl
zusatz deutlich gekennzeichnet werden. Der
Kakaoverbrauch Deutschlands betrug im Jahre
1912 etwa 52000 t, von denen rund 7000 t aus
Portugiesisch-Westafrika und 1000 t aus Kame
run eingeführt wurden. Der Rest stammte aus
Südamerika. 1913 betrug die Erzeugung der
deutschen Kolonien bereits 6564 t, Kamerun
5265 t, Samoa 890 t, Togo 335 t, Neu-Guinea
741 t) und bis 1930 wäre sie ohne den Krieg
auf 13—15000 t gestiegen. Dabei sind in Ka
merun von loooooha geeigneten Bodens erst
13000 ha erschlossen und auch auf Samoa sind
Hunderte von Quadratkilometern anbaufähiger
Boden vorhanden,
Kakaobutter (lat. Oleum seu ßutyrum cacao,
frz. Beurre de cacao, engl, oil of Theobrome),
das Fett der Kakaosamen, in denen es bis zu
55°/o enthalten ist, wird durch Auspressen der
Kakaomasse gewonnen und bildet gelblichweiße,
ziemlich harte Stücke von feinem Kakaoaroma.
Es löst- sich in siedendem Alkohol, Äther und
Chloroform, aber zum Unterschiede von Kokos
fett nicht in 90°/oigem Alkohol. Durch seinen
Schmelzpunkt von 30—35 0 und die Jodzahl 36
ist es hinreichend charakterisiert. K. wird in
letzter Zeit häufig verfälscht, besonders durch
Sesamöl, Talg und Kokosfett, die nach dem üb
lichen Gange der Fettanalyse nachgewiesW wer
den können. Ja, der gesteigerte Verbrauch an
K. zur Herstellung der überfetteten, leicht schmel
zenden Schokoladen und die damit verbundene
Preissteigerung hat sogar zum Erscheinen völli
ger Nachahmungen geführt, welche als Kakao-
line (Kokosfett) und Nukoinc (Palmkorn- und
Kokosfett) ganz offen angepriesen werden.
K. findet außer in der Schoköladenfabrikation
und der Medizin zur Herstellung kosmetischer
Zubereitungen (Salben, Pomaden, Seifen) Ver
wendung.
Kakaopflaumen (Ikakopflaumen, Gold
frücht c, Goldeicheln), die gelblich- oder röt
lichweißen Früchte eines südamerikanischen
Strauches, Chrysobalanus Icaco, werden roh
gegessen, aber auch, in Zucker eingemacht, nach
Spanien, Portugal usw. versandt,
Kakaotee werden bisweilen die beim Brechen
der Kakaobohnen abfallenden, etwas kandier
ten Samenschalen der Kakaobohne genannt. Sie
sollen zur Herstellung eines Aufgusses dienen,
stellen aber ein Genußmittel höchst zweifelhaften
Wertes dar und scheinen mehr und mehr aus
dem .Handel zu verschwinden. Zurzeit dürften
sie hauptsächlich zur Verfälschung von Kakao
waren Verwendung finden, und es wäre daher
zu wünschen, daß die reellen Fabriken sie als
Feuerungsmaterial benutzten.
Kakaralliholz, ein schweres, hartes Holz, mit
festem, dichtem Kern von Lecythis ollaria
in Englisch-Guyana, ist ein vortreffliches Bau
holz, namentlich zu Wasserbauten und zum
Schiffsbau, da es dem Meerwasser sehr gut
widersteht.
Kaktusholz, das Holz des gemeinen Kaktus,
Opuntia vulgaris, besteht aus zahlreichen
dünnen Lagen oder Blättern, deren Gefäßbündel
zu einem weitmaschigen Netze vereinigt sind.
Diese Blätter werden aus Algier nach Frankreich
eingeführt und dort unter dem Namen Bois de
den teile zu feinen Arbeiten, z. B. zum Auslegeu
von Kästchen, Visitenkartenhaltern u. dgl. ver
arbeitet. Man kann das K. mit Chlorkalk blei