Contents: Die südrussische Eisenindustrie

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Die Zukunft der südrussischen Eisenindustrie. 
Kommission in tendenziöser Weise die Vorräte geringer schätzte, 
als es der Wirklichkeit entsprach, weil eine starke Strömung unter 
den Industriellen- und Regierungskreisen dafür eintrat, die Ausfuhr 
der Krivoi Roger Erze in das Ausland zu verbieten und die reichen 
Erze ohne die ausländische Konkurrenz für die russische Industrie 
zur Verfügung zu haben. Dies hoffte man dadurch zu erreichen, 
daß man den Vorrat als sehr gering angab. Ob das nun zutrifft 
oder nicht, läßt sich nicht beurteilen. In der Tat ist das Erzvor 
kommen derart launenhaft — in den Erzlagen befinden sich vielfach 
eisenarme Quarzitnester und in den Quarzitlagen sind manchmal 
große Teile an Eisen angereichert —, daß sieh der Vorrat auch 
nicht annähernd bestimmen läßt, ohne in größtem Maßstabe das 
ganze Gebiet durch Schürfungen zu erforschen. Bei der großen 
Härte des zu durchbohrenden Gesteines würden die Kosten sehr 
große sein. Schon vor dem Kriege berechnete man jeden Meter 
Bohrung zu 125 Rubel. Es war damals eine Gesellschaft mit großem 
Kapital unter französischer Führung in der Bildung begriffen, die 
die Erforschung des ganzen Gebietes durchführen und die gemuteten 
Flächen zur Ausbeutung vergeben sollte, aber die geplante Gesell 
schaft kam infolge des Kriegsausbruches nicht mehr zustande. 
Sachverständige Bergleute des Krivoi Roger Bezirkes schätzen 
bei Einbeziehung aller Flächen, die zwischen den jetzt in Ausbeutung 
befindlichen Gruben liegen, und unter der Annahme, daß die Erz 
flöze bis zu einer Tiefe von 300 m hinuntergehen, das ganze Vor 
kommen auf ungefähr 30 Milliarden Pud 1 ). 
Die Erze von Krivoi Rog sind reine, reiche Hämatiterze. Ihre 
Zusammensetzung ist folgende; 
Fe Mn P Si0 2 
56—67% 0,1% 0,04—0,08% 2—13 % 
Erze mit einem Eisengehalte niedriger als 55% fanden wegen 
ihres hohen Kieselerdegehaltes nur in beschränktem Maße und nur 
in Zeiten großer Nachfrage ihre Käufer; sie wurden sonst auf die 
Halden gestürzt. Diese Quarzite enthalten 40—55 % Eisen und 
15—35 % SiO„. Magnetische Anreicherungsversuche der Quarzite 
haben bisher keine Ergebnisse gehabt. 
Die ertragreichsten Gruben liegen im Gebiete des „Saxagan“ 
und werden zum großen Teile noch im Tagbau betrieben. Sie er 
reichen eine Tiefe bis 140 m, Schrägaufzüge schaffen Gestein und 
Erz an die Oberfläche. Sobald das Verhältnis von Gestein zu Erz 
mehr wie 2; 1 beträgt, wird der Tagesbau unlohnend, und man 
') Ungsfähr 600000000 t.
	        
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