Object: Nationale Bodenreform

einzutreten, schlug wie eine Bombe ein. Der Versamm- 
lungssaal bei Gratweil war von Zuhörern gefüllt. Der 
technische Berater des Teltower Kreises Regierungs- und 
Baurat Wernekinck war mit mehreren Ortsvorsstehern 
der beteiligten Gemeinden erschienen. Zur Unterstützung 
unserer Sache waren Geheimrat Adolph W a g n e r und 
die beiden Vorsitzenden des Berliner Mietervereins Re- 
dakteur Hermann H or n und Justizrat F e i ch tm e y e r 
gekommen. Es fehlte aber auch nicht an Gegnern. 
In meinem Vortrage bin ich nachdrücklich für die vom 
Landrat erlassenen Bauvorschriften eingetreten. Ich habe 
die Mietkasernen 
die Massengräber des Arbeiterwohls 
genannt. Dann haben die Gegner sich gemeldet und haben 
das vorgehen der Behörde heftig angegriffen. Adolph 
Wagner trat ihnen mit schlagenden Gründen entgegen. 
Er hat scharfe Worte gegen die Grundöstückspekulanten, 
die großen wie die kleinen gerichtet, die keine wahren 
Werte schaffen, sondern nur auf Kosten ihrer Mitmenschen 
reich werden wollten, und hat die Ansicht vertreten, daß 
der durch Grunöstückspekulation erzielte Gewinn als so- 
lide erworbenes Vermögen nicht gelten könne. Er hat 
die schnelle Einführung der Verordnung mit Freuden be- 
grüßt und hat ein verschärfen der Bauvorschriften für 
die äußeren Stadtviertel Berlins empfohlen. Er er- 
zählte, daß er fich im Hansaviertel ein kleines Haus ge- 
baut habe, hinter dem jetzt große Gebäude mit Aussicht 
auf seinen Garten errichtet worden seien, in denen die 
Wohnungen infolgedessen als Gartenwohnungen ver- 
mietet würden. Er beklagte, daß die Pressse aller bürger- 
lichen Parteien zu einseitig an den bestehenden immo- 
bilen Eigentumverhältnissen festhalte. 
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