Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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gruben  in  Holland  bewiesen.  Dort  betrugen  die  Durchschnitts-Hauerlöhne
  im  Jahre  1914:  3,40  Gulden,  im  2.  Vierteljahr  1916:
3,66  Gulden.  Der  Durchschnittslohn  der  Gedingeschlepper  betrug ­
  im  letztgenannten  Vierteljahr  3,12  Gulden.  Die  Bergarbeiterorganisationen
  verlangten  nun  eine  Lohnerhöhung  von
etwa  10  Prozent  ab  1.  November  1916.  Diesem  Wunsche  wurde
durch  schriftliches  Anerkenntnis  entsprochen.  Der  durchschnittliche ­
  Hauerlohn  wurde  dadurch  ab  1.  November  auf  4  Gulden
erhöht.  Auch  die  Löhne  der  anderen  Arbeiterkategorien  sind
dementsprechend  aufgebessert.  Dabei  wurde  schon  an  die  Familien ­
  der  dortigen  Bergarbeiter  seit  Februar  d.  I.  eine  Teuerungszulage ­
  von  2  Gulden  vom  dritten  Kind  ab  gezahlt.  Eine
Familie,  die  fünf  Kinder  hatte,  bekam  daher  6  Gulden  monatlich
extra.  In  Holland  sind  die  Lebensmittel  aber  erheblich  billiger
wie  bei  uns.  Es  ist  dringend  notwendig,  auch  auf  den  preußischen ­
  Staatsgruben  baldigst  eine-  Lohnsteigerung  gemäß  unserem ­
  Antrag  eintreten  zu  lassen.  Was  den  nicht  günstig  gestellten ­
  Staatswerken  in  Holland  möglich  ist,  kann  für  die  preußischen ­
  keine  Unmöglichkeit  sein.
Wir  bitten  noch,  den  Vertretern  der  unterzeichneten  Bergarbeiterorganisationen ­
  (wenn  möglich,  in  der  Zeit  vom  14.  bis
18.  November)  eine  Rücksprache  wegen  dieser  Angelegenheit  gewähren ­
  zu  wollen.
In  der  Hoffnung,  daß  unser  Antrag  geneigte  Berücksichtigung ­
  findet  und  auf  zusagende  Antwort  hoffend,  zeichnen
mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
Gcwcrkvcrein  der  Bergarbeiter  (H.-D.).  I.  A.:  Schmidt.
Gewerkverein  christl.  Bergarb.  Deutschlands.  I.  A.:  Vogelfang.
Poln.  Berufsvercinigung  (Abt.  Bergarb.)  I.  A.:  Mankowski.
Verband  der  Bergarbeiter  Deutschlands.  I.  A.:  Sachse.
*  *  *

Essen,  den  6.  November  1916.
An  den  Vorstand  des  Zechenverbandes  in  Essen,  Bismarckstraße.
Unterzeichnete  wenden  sich  im  Auftrag  ihrer  Mitglieder  an
den  Zechenverband  mit  dem  Ersuchen,  den  ihm  angeschlossenen
Zechenverwaltungen  nachfolgenden  Antrag  zu  unterbreiten:
Bezugnehmend  auf  die  Antwort  Ihres  Verbandes  vom
27.  April  d.  I.  gestatten  wir  uns,  darauf  hinzuweisen,  daß  bis
heute  auf  unsere  Eingabe  vom  26.  März  d.  I.  nicht  zurückgekommen ­
  wurde,  obwohl  Ihre  Antwort  besagte,  daß  dieses  nach
Veröffentlichung  der  Vierteljahrsstatistik  für  das  1.  Vierteljahr
1915  geschehen  solle.
            
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