Full text: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Religiöse Bewegung; Luther. 
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durch die Familie Cotta in Beziehung zu anderen Bürger— 
familien Eisenachs, namentlich solchen, die mit den Franzis— 
kanern des Ortes eifrige Freundschaft hielten; hier mag er 
auch von dem unglücklichen später eingekerkerten Franziskaner 
Johann Hilten gehört haben, der kühn die Schäden der Kirche 
rügte und von einem Reformator weissagte, der über ein 
Kleines erscheinen werde. 
Vier Jahre darauf bezog Luther die Universität Erfurt, im 
Sommersemester 1501 ist er immatrikuliert worden. Jung, nun 
endlich lebensfrisch, ein sangesfroher Kamerad, befand er sich 
damit in einem vielseitig strahlenden Brennpunkt geistigen 
Lebens. Erfurts Akademie war damals, wie wir wissen!, auf 
jener glücklichen Übergangsstufe, da noch kräftige Epigonen 
der Scholastik in einträchtigem Wetteifer mit den ersten Trägern 
des Humanismus zusammenwirkten. So machte Luther zunächst 
den althergebrachten Kreis philosophisch-scholastischer Studien 
durch; gern übte er seinen Verstand an ihrer gefeilten Dialektik. 
Aber auch den humanistischen Kreisen ist er nicht fern geblieben. 
Unter diesen Einwirkungen kam der Abschluß der philosophischen 
Studien heran; zu Anfang des Jahres 1505 ward Luther als 
zweiter unter siebzehn Bewerbern Magister der freien Künste. 
Nun zog er nach Hause, sich froh den Eltern zu zeigen; der 
Vater beschaffte ihm für seine kommenden Studien alsbald das 
teure Corpus iuris; er sah ihn schon als künftigen Geheimen 
wenn nicht Kanzler seiner gnädigen Herren von Mansfeld; er 
war willens, ihm ehrlich und reich zu freien. Da, auf der 
Rückreise nach Erfurt, überfiel den jungen Magister, den schon 
vorher der Tod eines Freundes erschüttert hatte, ein jähes 
Donmnerwetter; er fürchtete den tötenden Strahl; und in der 
Angst des Todes gelobte er sich dem Leben im Kloster. 
Luther hat über die Beweggründe dieser Stunden niemals 
anders als kurz gesprochen; sie sind ein Geheimnis seines 
Herzens geblieben. War es ein leidenschaftlicher Impuls mittel— 
S. oben S. 190.
	        
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