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VIL Abidhnitt: Einzelne Schuldverhältnifje.
nahme beftebht, daß die in der Mechnung enthaltenen Angaben über die Ein“
nahmen nicht mit der erforderliden Sorgfalt gemacht worden find, Den
Offenbarungseid dahin zu leiften, daß er nach beftem Willen die Ein“
nahmen jo vollitändig angegeben habe, al8 er dazu imftande fei; in
Angelegenheiten von geringer N fommt die Verpflichtung ZU.
Seittung des Offenbarungseides in Wegfall ($ 259 Abf. 3, 1. auch S 261 und
3RO. 8 254; vgl. M. 11, 538, BO. II, 444 ff, B. 11, 357 ff; für das
CM echt |. Dernburg, Band. Bd. 2 8 116 Anm. 10, Seuff. Arch.
Bd. 29 Nr. 129).
Die Ringe ob die Belege dem Auftraggeber zu behändigen find
‘%ß. IT, 359 ff.), wird gemäß 8 667 zu bejabhen fein.
Die Derpilichtung zur Recdhenfhaftsablegung vbliegt dem Beauftragten
auch dann, wenn das Yuftragsverbältnis in anderer Weife als durch
Ausführung des Auftrag3 G. B. gemäß 8 23 RO. durch Konkurs
deS Auftraggeber8) beenbdigt ift; auch in diefem Zalle muß fofort Rechnung
zelegt merden, ohne daß dem Beauftragten eine befondere Frift hiefüir
wa (Urt. d. Reichsger. vom 28. Oktober 1903 ROSS. Bid. 56
S. 116
Die DE des Beauftragten muß eine erfhöpfende, überfichtliche
und bverftändliche Daritellung der ‚gefNOrten SGefdhäfte enthalten, wobei
mangel8 befonderer Vereinbarung die VerkehrSfitte (S 242) entfcheidet;
ift über gewille Seichäfte oder Zeitperioden bereits Rechnung gelegb, 19
fann bei der Schlubrechnung at on früheren Abrechnungen angefnüpft
werden (Urt. d. Reichsger. vom 14. April 1905 Recht 1905 S. 312 = Gruchot,
Beitr. Bd. 49 S. 832).
‚ YNieber die Abredhnungspflicht eines Ynkaffoinftitut8, das keine
Einnahme erzielt hat, |. Urt. d, Kammerger. vom 28. November 1905 D.
Sur.3. 1906 S. 489; über die DE Ba Spezialifierung der
Hechnung feitenS eines Arztes f. Urt. d. OLG. München vom 28. Sanuar 1905
Seuif. Arch. Bd. 60 Nr. 120.
2. Durch Bereinbarung der Parteien Können die Beftimmungen des 8 666 ein
gef ränft oder völlig ausgefch offen werden; die Behauptung Dertmanns (Bem. 2),
5 666 enthalte hinfichtliH der Kechenfhaftsablegung zwingendes Kecht, weil das Gegen“
teil praktifch einem Freibriefe für vorfäßliche Benachteiligung gleidhfäme, dürfte nicht zu“
treffen (vgl. ChrlihH S. 57, Fijdher-Henle Note 3, BPland Bem. 1, RNOR-Komm. Bem. 3).
Fine derartige Vereinbarung kann auch ftillfhmweigend getroffen werden; doch wird ein
tillfdhweigender Verzicht des AuftraggeberS auf MechenfeOhaftsablegung auch gegenüber
ainem vertrauenSwürdigen Beauftragten nur unter ganz befonderen Umftänden angenommen
NE (vgl. Urt. d. Yderft, LG. Münden vom 16. September 1904 Recht 1904
S. Ä.
3, SZür die Erfüllung der aus S 666 {ich Den DeN Derpflichtungen gegenitber
a Muftraggebern ijft S 432 maßgebend. (j. Vorbem, 4; vgl: auch NOE, Bd. 20
S, ).
4, Die ri bes S 666 finden auf Dienft- und Werkverträge, Die eine
Sefchäftsbeforgung zum Segenftande haben, entipredhende Anwendung (8 675).
S 667,
Der Beauftragte i{t verbflichtet, dem Auftraggeber ANes, was er zur Aus-
Mührung des Auftrags erhält und was er aus der Gejchäftsbeforgung erlanat,
Herauszugeben.
& I, 592; II, 598; IIL 654,
ı, Herausgabepflidht des Beauftragten, Im Anfchluß an da3Z frühere Necht
für das gemeine echt f. Dernburg, Band. Bd. 2 8 116, 1, c, Windfheid-Ripp, Band.
Bd. 2 S, 801; vgl. BLRN. Il. IV cap. I 8 5 Ziff. 4; über andere Rechte f. M. 11, 539
Note 1, val. a ‚OB. 8 384 Abi. 2 [Bem. 1, a zu 8 666)) verpflichtet das BGB. den
Beauftragten, gleihviel, ob eine Rechenfchaftsablegung gemäß 8 666 ftattgefunden hat
oder nicht und ob er im eigenen NMamen oder im Namen des Auftraggebers gehandelt hat
val. Borbem, 3, a; f. auch Crome S, 616 ff, Urt. d. Reichsger. vom 13. Ufktober 1905
a Xichr. 1905 S. 718 und unten Bem. 3), an den Auftraggeber alles hHeraus8zu-
aehen.