Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SPANIEN.  —  Sociales.

Bera-  u.  Hüttenwerke.  1853  standen  2336,  1859  3581,  1860  6795  im  Be-^
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Yciuuwcii.  ,  königlichen  Minen  jährl.
Von  1826  an  waren  3500  Gruben  in  den  Sierras  von  Gador  und  Lujar  eröffnet,
und  die  Ausbeute  stieg  bald  auf  800,000  Cntr.  Das  Königreich  Granada  schien
wie  umgewandelt.  Bevölkerungen,  die  seit  der  Maurenvertreibung  im  tiefsten
Elende  lebten,  verbesserten  ihr  I.oos  durch  reichlohnende  Arbeit.  Jetzt  liefern
die  spanischen  Gruben  80,000  Tonnen,  —  weit  über  ein  Viertheil  der  gesarnmten
  Bleiproduction.  —  Quecksilber  liefert  Almadén  15,000  Centner.  —  Zur
Silber  Erzeugung  (762,000  Mark  in  ganz  Europa)  trägt  Spanien  220,000  Mark
bei.  Das  I.and  besitzt  reiche  Kupfer-  und  Zinklager*).  Die  Bergwerksausbeute
ward  1860  so  berechnet  (in  Zollcntr.'  ■

3’510,058  Cntr.  Roheisen,
6,336,378  -  Bleierze,
2’920,068  -  Kupfererze,
2T  76,044  -  Zink,
6’635,462  -  Steinkohlen.
Aerarialwerke  lieferten  :
Almadén  14,760  Ctr.  Quecksilber,
Riotinto  18,088  -  Kupfer,
Das  Land  könnte  iährl.  zwei  Mill.  Tonnen  Steinkohlen  liefern,  indess  fehlte
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lanares  44,529  Cntr.  Blei.
Salinen  7’833,838  -  Salz,
Hüttenproducte;
822,756  Cntr.  Eisen,
1’649,968  -  Blei,
54,094  -  Kupfer,
37,060  -  Zink.

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es  noch  an  Verbindungswegen.  —  ln  den  Bergwerken  waren  I860  28,5o4,  in
den  Hüttenwerken  8171  Arbeiter  beschäftigt.  In  den  letzten  zählte  man  nur
372  durch  Wasser  u.  blos  104  durch  Dampf  betriebene  Maschinen.  Der  Geldwerth
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der  Mineralproduction  wird  auf  221^002,934  Real,  berechnet.  Auf  die  Aerarialwerke
  kamen  135’237,300  R.,  wovon  jedoch  111’249,561  auf  das  producirte  Salz
gerechnet  sind.  ,  ,  ,  „  .  «  ~  ^
Von  den  49’983,160  Hectaren  Landes,  welche  der  Staat  im  Ganzen  umtasst,
sind  lO'l86,045  Hectaren  Waldland.  Davon  sind  3'427,562  zur  Veräusserung
bestimmt,  neml.  203,692  Hectaren  Staats-,  3T87,428  Gemeinde-  u.  36,441  Stiltuugswald.
  Es  verbleiben:  dem  Staate  (nur  noch)  467,566,  den  Gemeinden
6*238,126,  und  den  Stiftungen  52,791  Hect.  Waldes.
Industrie.  Sie  liegt  noch  entschieden  darnieder.  Wenn  auch  nicht  ohne  die
mannichfachsten  Schwindeleien,  entstanden  indess  in  der  Neuzeit  die  verschiedenartigsten ­
  industr.  Gesellschaften.  Ende  1861  zählte  man  deren:
Actiencapital
3  Wechselbanken  -
46  Gesellsch.  für  Fabrikation  und  Industrie  'D'bhyh
13  Versicherungsgesellschaften  •  ^  10,000
23  Ges.  für  ötfentl.  Arbeiten  (meist  Eisenbahnen)  (ausserdem
2O70'OS5,TO0  in  Obligationen)  2,2014^4,000
13  Creditgesellsch  (einbezahlt  nur  458*806,310)  (ausserdem
129*072,900  in  Obligationen)  1,548*000,000  -
11  Zettelbanken  (circulirend  421*209,510  R.  Noten)  .  .  .  .  225*000,000  -
Zusammen  4,962*417,606  R.
Das  Steigen  des  Ertrags  der  Consumtion  sab  gaben  beweist  (neben
dem  Sinken  des  Geldwerthes)  die  Zunahme  des  Wohlstandes.  Die  Schwankungen ­
  dabei  deuten  aber  auch  enorme  Schwindeleien  und  deren  Rückschläge  an.
Dieser  Ertrag  war:  1846  187  MUL,  1847  172,  1848  193,  1850  213,  1854  241,
1857  226,  1858  270,  1859  432,  1860  302,  1861  318  Mill.  R.

*)  Die  Römer  beuteten  schon  die  Kunferlager  am  Riotinto  aus.  Als  die
Mauren  Spanien  verliessen,  zerstörten  sie  ihre  künstlichen  Anlagen.  Die  span.
Regierung,  um  die  Bergwerke  in  der  neuen  Welt  zu  fördern,  verbot  die  Exploitation ­
  im  eigenen  Lande,  und  zwang  Sevilla,  aus  dem  fernen  Chile  und  Peru
ein  Product  zu  beziehen,  das  ihm  aus  nächster  Nähe  auf  dem  Guadalquivir  zugeführt ­
  werden  konnte.
            
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