Full text : Währung und Handel

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stpllteii,  (leu  Kürzeren  zogen,  wenn  ihnen  nicht  etwa  die
Valuta  zu  Hilfe  harn  und  den  Schaden  von  ihren  Schultern
auf  die  der  Gesammtheit  überwälzte.  Wiederholt  wurde  auf
diese  Weise  der  Pester  durch  den  Berliner  Getreidehändler,
der  Priester  durch  den  Hamburger  KafFeehändler,  der  Wiener
durch  den  lüverpooler  Baumwollhändler  ausgelieutet.  Man  gab
dann  in  solchen  Fällen  als  Krklärungsgrund  an,,  dass  die  Ausländer ­
  durch  ihre  grössere  allgemeine  Bildung,  durch  die  engeren
Verbindungen  mit  den  grossen  Bezugsquellen  u.  dgl.  m.  in
die  Lage  versetzt  wurden  ,  die  Situation  richtiger  zu  heurtheilen.
  Es  mag  dies  in  vielen  Fällen  auch  wirklich  mit
dazu  heigetragen  haben  ,  den  Vortheil  des  Auslandes  auf  Kosten
Oesterreichs  zu  sichern;  aber  die  erste  hauptsächlichste  Uisache
lag  doch  darin,  dass  die  Zettelwirthschaft  den  Speculationsgeist
in  Oesterreich  zerstört,  den  Spielgeist  an  dessen  Stelle
gesetzt  hat.
Dies  wäre  übrigens  noch  mit  verhältnissmässig  geringen
Nachtheilen  für  das  Land  verbunden  gewesen  —  obwohl"  der
Nutzen  einer  tüchtigen,  geschäftskundigen  Speculation  keineswegs ­
  unterschätzt  werden  darf  —  wenn  nicht  ganz  aus  demselben ­
  Grunde  die  Neigung  zu  leichtsinnigem  Glücksspiele  alle
Berufsclassen  der  Monarchie  mehr  und  mehr  erfasst  hätte.
Die  Valutaschwankungen  zwangen  jeden  Fabrikanten,  jeden
Gewerbsmann,  mit  den  Vorräthen,  die  er  nothwendiger  Weise
halten  musste,  gleichsam  an  der  Geldbörse  zu  spielen.  Heber
Nacht  konnte  ihnen  allen  ein  Emporschnellen  des  Disagios
Gewinnste,  ein  plötzliches  Sinken  des  Disagios  Verluste
bringen,  gegen  die  es  keine  Mittel  der  Abwehr  gab.  Was
war  natürlicher,  als  dass  diejenigen,  die  auf  diese  Weise
wider  Willen  in  den  Kreis  der  Fonds-  und  Geldbörse  gezogen
wurden,  allmälig  an  dem  Spiele  derselben  Geschmack  fanden,
und  nunmehr  auch  freiwillig  das  thaten,  was  sie  doch  für  alle
Fälle  nicht  gänzlich  umgehen  konnten.  Dazu  rechne  man  die
steten  Schwankungen  in  der  Lebensstellung,  hervorgerufen
durch  die  Schwankungen  des  Geldwerthes  und  des  Preises
aller  Lebensbedürfnisse,  und  man  wird  es  nur  zu  begreiflich
finden,  dass  Unsolidität  und  Spielwuth  sich  der  weitesten
Kreise  bemächtigen;  überall  sind  Diejenigen  ,  die  plötzlich  den
Kreis  ihrer  gewohnten  Genüsse  eingeschränkt  sehen,  die
            
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