Full text : Währung und Handel

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Bald  nach  der  Entdeckung  Amerika  s  zeigte  sich  in  ganz
Europa  eine  continuirliche  und  ausgiebige  AVertherhöhung  des
Goldes  dem  Silber  gegenüber.  Als  Grund  dieser  Erscheinung
lässt  sich  hier  schon  mit  aller  Bestimmtheit  die  gewaltige
Silhereinfuhr  aus  dem  neuen  Continente  bezeichnen.  Insbesondere ­
  seit  dem  Jahre  1557,  wo  die  Silbergewinnung  mittelst
Qnecksilberamalgation  in  den  peruanischen  und  mexikanischen
]\Iinen  zur  Anwendung  gebracht  wurde,  begann  ein  mächtiger
Silberstrom  nach  Europa  zu  fluten.  Zwar  nahm  gleichzeitig
auch  die  Goldgewinnung  einen  grösseren  Umfang  an,  aber
sie  wurde  bei  weitem  von  der  Silbergewinnung  übertrotfen.
Man  schätzt  die  in  den  drei  und  ein  halb  Jahrhunderten  von
1500  bis  1848  in  den  Welthandel  gebrachten  Gold(juantitäten
auf  rund  GOOO  ^Millionen  Gulden,  die  Silheivpiantitäten  auf
rund  18500  Millionen  Gulden.  Unter  dem  Einflüsse  dieser  Verhältnisse ­
  stieg  in  England  die  Vierth  relation  des  Goldes  zum
Silber  von  11-80  zu  1  im  Jahre  152(1  auf  14  50  zu  1  im
Jahre  1670;  in  Frankreich  stieg  die  Werth  relation  von  11  70
zu  1  im  Jahre  1561  auf  1540  zu  1  im  Jahre  1680  und
schliesslich  in  Deutschland  (nach  den  Reichsmünzordnungen
und  den  IMünzverordnungen  einzelner  Kreise)  von  11  "88  zu  1
im  Jahre  1524  auf  1511  zu  1  im  Jahre  1660.

Aur  den  Rechnungen  des  deutschen  Ordens  in  Preussen  wurde  nach
vierzigjährigen  Durchschnitten  die  Werthrelation  der  Edelmetalle  folgendermassen
  festgestellt  :
1351—1390  wie  1  :  V¿^  1  1409-1448  wie  1  :  13.,
1369-1405  „  1  :  12.8  '  1455-1494  „  1  :  10.,
1393-1432  „  1  :  12.,  ;  1469-1.508  „  1  :  9.,
El)enso  geben  die  Lübecker  Munzrechnungen  die  Werthrelation  der  Edelmetalle ­
  in  Norddeutschland,  wo,  nebenbei  bemerkt,  zu  Anfang  des  13.  .Tahrhunderts
  der  Sachsenspiegel  das  Pfenniggewicht  Gold  zum  Zehnfachen  des
Pfenniggewichts  Silbers  angesetzt  hatte,  wie  folgt  :

Die  Mark  fein  Gold

im  Jahre  1351  zu

1375  „
1403  „
1411  „
1451  „

69  Gulden  à  10  Schill.
69  „  a  12  „
69  „  à  16  Va  n
69  „  Ä  16  „
69  „  à  21
69  »  à  27  „

Die  Mark  fein  Siibcr  Werthreiation
zu  56  Schill.  1  :  12",
„67  „  1  :  12.,
„  87V,a  .  1  ;  12.,
„92  „  1  '•  12.p
„  123  V@  „  1  •  Ibj
„  160  „  •  1  ;  11.,
            
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