Full text : Ueber einige Verwaltungseinrichtungen und das Tarifwesen auf den Eisenbahnen Englands

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Geltende  Tarife,  Vorbemerkungen.

Vergleich  mit
Deutsciiiand  in
Bezug  auf  Durchgchnittshöhe
  der
Tarife  und  Verhäitulsä
  von  Betriebsausgaben, ­

Aniagecapitai,
Rente  und
Transportmenge.

als  in  Deutschland,  und  es  lässt  sich  daher  als  Regel  behaupten, ­
  dass  die  ausliegenden  Tarifbücher  die  wirklich  angewendeten ­
  Sätze  enthalten.
Die  Tarife,  obwohl  meist  hinter  den  concessionsinässigen
  Maximalsätzen,  vielfach  sogar  erheblich  zurückhleibend,
sind  grösstentheils  höher  als  in  Deutschland,  am  Wenigsten
hei  den  geringwerthigen  Gütern,  besonders  Kohlen,  hh'
welche  auf  lange  Strecken  der  Satz  ähnlich  weit  hinahgeht-Der
  Mehrbetrag  ist,  dies  lässt  sich  ohne  Frage  behaupten,
im  Durchschnitt  höher  als  der  etwaige  Unterschied  des  Geld'
werthes  in  beiden  Ländern  oder  des  beiderseitigen  Preises  def
Factoren,  aus  welchen  sich  die  Betriebsausgaben  zusaminensetzen
  *),  und  hierin  liegt  ein  wesentliches  Moment  für  Erklärung ­
  der  Thatsache,  dass  diese  einen  geringeren  Procentsatz ­
  der  Bruttoeinnahme  ausmachen  als  in  Deutschland.
in  England  das  Anlagekapital  pro  Kilometer  beinahe  doppelt
so  gross  ist,  als  in  Deutschland,  kann  Letztes  nicht  wold

•)  Eine  genauere  Vergleichung  liegt  ausserhalb  des  Zwecks  die’’®'^
Betrachtung,  und  ich  beschränke  mich  deshalb  auf  einige  beispielsweis®
Daten.  Stahlschienen  kosteten  im  ersten  Halbjahr  1875  in  England  geg®**
180,  Eisenschienen  140  Mark  pro  1000  Kilogramm,  ein  Preis,  der  neuei"
dings  in  Deutschland  auch  wieder  erreicht  ist,  in  den  Vorjahren  abe*'
weit  überschritten  wurde.  —  Für  gute  westfälische  Förderkohle  zahl*®
die  Frankfurt-Bebraer  Bahn  zu  jener  Zeit  an  der  Grube  pro  1000  Kü®
gramm  10,2  Mark,  die  Midlandbahn  in  England  für  gute  Locomotivkob  ®
ungefähr  ebensoviel.  —  Die  Beschaffungskosten  der  vorhandenen  G®
terwagen  betrugen  nach  der  officiellen  preussisehen  Eisenbahnstatisb
von  1874  durchschnittlich  pro  Achse  bei  den  offenen  Wagen  i
bei  den  bedeckten  1722  Mark;  in  England  kostete  Anfang  1875  ei®
offener  Wagen  1600—  1800  Mark,  ein  bedeckter  bis  zu  500  Ma*"
mehr,  was,  da  die  englischen  Wagen  nur  zweiachsig  sind,
Achse  800  —  900  und  1050  —  1150  Mark  ergiebt.  Allerdings  ist  zu  b®
rücksichtigen,  dass  die  englichen  Wagen  nur  etwa  150  also
Achse  75  Centner  durchschnittliche  Tragfähigkeit  haben,  während  letztet®
nach  der  erwähnten  preussisehen  Statistik  pro  Achse  bei  den  offeu®®
Wagen  96,6,  bei  den  bedeckten  89,4  Centner  betrug.  —  Wegen
Besoldung  des  Personals  vergleiche  oben  S.  19.
            
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