Full text : Schutz dem Arbeiter!

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* a no  die  Ueberzeugung,  daß  die  lange  Arbeitszeit  der  deutschen
Arbeiter  eine  Hauptursache  der  geringern  Leistungsfähigkeit  sei*).
Dieselben  Erfahrungen,  wie  in  England,  hat  man  in  der  Schweiz
gemacht.  Wiewohl  für  manche  Fabriken  die  Reducirung  der  Arbeitszeit
Ņch  das  Bundesgesetz  von  1877  vielleicht  etwas  plötzlich  kam,  so  sprechen
şich  doch  schon  die  ersten  „Berichte  über  die  Fabrik-Jnspection  im  Jahre
1880"  recht  günstig  über  die  Erfolge  desselben  aus.  Der  mit  der  Beaufsichtigung ­
  der  östlichen  Cantone  betraute  Fabrik-Jnspector  Schuler
bemerkt:

.  »Ich  kann  von  Mehrern  St.  Gallischen  Bezirken  eine  auffallend  exactere  Jnnehaltung
^  Arbeitszeit  gegenüber  frilher  constatiren,  feit  die  größten  und  angesehensten
ìickerei-Firmen  daselbst  durch  vergleichende  Berechnung  ihrer  Production
""d  anderweitige  Erfahrungen  dazu  gekommen  sind,  die  elfstündige  Arbeit  nicht  nur
unschädlich,  sondern  als  wünschenswerth  zu  betrachten."  (S.  17.)
Der  dem  zweiten  Jnspectionskreise,  welcher  die  westlichen  und  süd-'chen
  Cantone  enthält,  vorgesetzte  Fabrik-Jnspector  Nüsperli  berichtet
(S.  40):

»Die  normale  elfstündige  Arbeitszeit  ist  fast  überall  eingeführt,  und  wird  in  regelmäßiger ­
  Weise  selten  überschritten.  Vielerorts  haben  sich  Fabricante»  und  Arbeiter
-^t  daran  gewöhnt  und  sehnen  sich  nicht  mehr  nach  der  länger»

Arb

r,  Eiszeit  zurück.  Einige  Gegner  des  Gesetzes  haben  freilich  die  zwölfte  Arbeits-'
  ""de  «och  nicht  verschnrerzen  können,  würden  aber  auch  eine  dreizehnte  und  vierzehnte
"tunde  für  ihr  Geschäft  als  segenbringend  ansehen.  Bon  Seiten  der  Arbeiter  ist
î  "U),  seitdem  das  Gesetz  in  Kraft  besteht,  nicht  eine  Stimme  laut  ge-^vrden,
  nach  welcher  die  gesetzliche  Arbeitszeit  als  zu  kurz  anzusehen  wäre.  Bon
'"Klnen  Fabricante»  wurde  versichert,  daß  in  elf  Stunden  ungefähr  das  nämliche

ertsquantum  producili  werde,  wie  früher  in  zwölf  Stunden."

.  Und  endlich  der  Fabrik-Jnspector  Klein,  dessen  Bereich  der  Norden
er  Schweiz  ist,  sagt  (S.  61):
j  »Regelmäßige  Ueberschreitungen  der  elfstündigen  Tagesarbeit,  wie  ich  sie  im  Bor-^
 Xt  "och  in  21  Fabriken  getroffen  hatte,  fand  ich  —  die  (besonders  schwer  zu  controlirenden)
^  dreien  ausgenommen  —  in  diesem  Jahre  nicht  mehr  vor."
%  .  In  den  Berichten  pro  1882/83  constatirt  der  Inspector  des  II.
Pilses  :
b  .  «Unparteiische  und  glaubwürdige  Beobachtungen  vereinigen  sich  zu  dem  Beweise,
^  icc  elfstündige  Arbeitstag  im  Ganzen  eine  mindestens  gleichwertige  Production  wie
ein  ^völfstündige  liefert.  Der  Normal-Arbeitstag  von  elf  Stunden  hat  der  Production
şttzl  ^ôşiere  Regelmäßigkeit  verschafft,  wie  man  überall  da  gern  constatirt,  wo  die  Arbeit
^  weniger  verfolgt  und  überwacht  wurde."
In  dem  Bericht  des  III.  Inspectors  heißt  es:
sich  -  "Ņt  dem  elfstündigen  Normal-Arbeitstage  scheinen  die  ehemaligen  Gegner  desselben
. ltnTrter  mehr  auszusöhnen,  und  selten  hört  man  noch  darüber  klagen.  Ueberzeitgesuche
häufig  damit  begründet,  daß  den  Arbeitern  volle  Gelegenheit  geboten  werde,  »bei

Arl  ■  ^  Ş-  Dr.  Brentano,  Ueber  das  Verhältniß  von  Arbeitslohn  und  Arbeitszeit  zur
'îNsleistung.  Leipzig  1876.  S.  21—23.
            
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