Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., Leverkusen. 121*
zu stellen. Zu jeder Wohnung gehört ein besonderer Garten. Diese Wohnungen werden
meist im Vierfamilienhaus angelegt, so daß jede Familie mit getrenntem Eingang ein Viertel
des Grundrisses zugeteilt erhält und dafür 15 bis 25 M. monatliche Miete zu zahlen hat.
Von den alten, allzu gleichmäßigen Ziegelsteinbauten, die man noch vor 14 Jahren auf-
führte, ist man mehr und mehr zu Bauarten im Schweizer, Thüringer und ähnlichem Stil
mit Vorgärten neben den hinter dem Hause liegenden Gemüsegärten übergegangen. Daß
die Arbeiterwohnungen auch der Fabrik direkten Vorteil bringen, wird gern zugegeben,
daß sie aber lediglich der Beschränkung der Freizügigkeit und der „Fesselung“ dienen
sollten, ist eine Verleumdung, deren Absicht allzu durchsichtig ist. Man vergleiche die
reizenden Häuser nur mit den schmutzigen Mietskasernen, den „Aftermietzimmern“, um
Arbeiterkolonie Wiesdorf: Einzelnes Haus.
genau zu ermessen, wie unendlich wichtig für die Gesundheit und für das Familienleben
des Arbeiters diese Wohnkolonien sind!
BEAMTENWOHNUNGEN. Ein kleinerer Teil der Wohnungen in den Arbeiterkolonien
wird als sog. „Meister- und Aufseherwohnungen“ ausgeführt, die auch den Beamten ver
mietet werden können. Sie sind geräumiger angelegt und befinden sich meist an Straßen
ecken und Plätzen.
Für die verheirateten oberen Beamten, die aus Betriebsrücksichten beim Werk wohnen
müssen, hat die Firma in Leverkusen eine besondere Beamtenkolonie errichtet. Diese sehr
geräumigen schönen Wohnungen sind meist als Doppelhäuser gebaut, von Gärten umgeben
und erreichten Ende 1912 die stattliche Zahl von rund 100. Der Junggesellenwohnungen
in den verschiedenen Kasinobauten ist bereits oben gedacht.
EIGENHEIMKOLONIE. Die Firma hat in letzter Zeit ihren Beamten einen größeren
Geländekomplex, der ca. x km. östlich von der Fabrik liegt, zur Verfügung gestellt, damit