Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Später  trat  die  IJnterscheidiing  zwischen  Arbeitslohn  und  Unternehmerlohn
  auf,  und  zugleich  wurde  die  Wirkung  untersucht,  welche
das  Kapital  auf  diesen  ausübt.  So  gelangten  insbesondere  deutsche
Nationalökonomen  zu  vermittelnden  Anschauungen  zwischen  den
englischen  und  französischen  Schriftstellern,  wobei  sich  dieselben
jedoch  entweder  da-  oder  dorthin  mehr  neigten,  bis  endlich  das
Geschäft  des  Unternehmers  ganz  von  der  Thätigkeit  der  einzelnen
Produktionsfaktoren  getrennt  wurde.
.  Peide  Zusammenstellungen  haben  den  Fehler,  dass  sie  bloß
die  historischen  Ansichten  über  den  Unternehmergewinn  systematisiert ­
  haben,  ohne  darauf  hinzuweisen,  wie  dieselben  teils  aus  der
historischen  Entwickelung  des  Unternehmens  selbst,  teils  aus  den
wirtschafts-politischen  Tendenzen  der  betreffenden  Schriftsteller  entstanden ­
  sind.
Smith  nun  und  die  Anhänger  seiner  Schule  konnten  sich  den
Unternehmer  nur  als  Kapitalisten  denken,  weil  sie  ja  in  den  Händen
der  Unternehmenden  stets  Kapital  sahen,  weil  wohl  auch  wirklich
zumeist  Kapitalisten  Unternehmer  waren.  Es  war  dies  also  eine  aus
der  Wahrnehmung  gefolgerte  empirische  Auffassung,  aus  welcher
die  Vermischung  von  Kapitalzins  und  dem  eigentlichen  Unteriiehmergewinn
  resultierte,  und  später  doch  wenigstens  die  Annahme,
dass  der  Kapitalzins  ein  integrierender  Teil  des  nKapitalgewinnesu
sei.  Ein  anderes  Merkmal  dieser  Schule  ist,  dass  man  unter  diesen
Kapitalen  (nach  Smith  «gesammelte  Arbeit«)  nur  das  außerhalb
der  Person  liegende  Vermögen,  also  nicht  auch  persönliche  Kraft
und  Fähigkeiten,  und  in  diesem  außerpersönlichen  Vermögen  nur
das  bewegliche  Kapital,  die  zu  Geld  gewordene  Arbeit  oder  die  zu
Tauschgütern  gewordene  Natur  und  Arbeit,  dagegen  nicht  Grund
und  Boden  verstand.  Endlich  dachte  man  sich  den  Unternehmer
nicht  als  thätige  Person,  weil  ja  der  Kapitalist,  wenigstens  der
große  Kapitalist  nicht  physische  Arbeit  verrichtete,  damals  nicht
und  heute  nicht;  es  hängt  also  diese  Anschauung  mit  der  erstgenannten ­
  zusammen.  Man  nahm  also  an,  dass  der  Unternehmer
stets  fremde  Arbeit  verwerte.  Aus  diesen  drei  fundamentalen  Gesichtspunkten ­
  resultiert  von  selbst,  dass  man  das  Wesen  der  reinen
Unternehmerthütigkeit  ganz  und  gar  verkannte.
Was  nun  den  Gewinn  aus  dem  Unternehmen  anbelangt  so
kennzeichnet  Adam  Smith  *)  selbst  seine  Theorie  über  denselben  vor

tn  o  Natur  und  die  Ursachen  des  Nationalreichtumes.
  3  Bande.  Aus  dem  Engl,  von  Dörrien  und  Garve.  (Wien  1814.)
            
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