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d ers im Winter, wenn die Seen und der Eriecanal gefroren
waren, beliebig hoch stellten.
Um diesem Uebelstand zu berathen, setzte der Senat der
Union eine Commission ein, welche 1872 ihren Bericht er
stattete und die Entwickelung der Wasserstrassen der Union
empfahl, weil Wasserstrassen-Concurrenz die Eisenbahntarife
am erfolgreichsten niederdrücke. Seit jenem Jahre begannen
auch einige Einzelstaaten die Localtarife durch Gesetze zu be
schränken. Die Unionsregierung warf eine Summe aus, zu
nächst zur Verbesserung der Mississippistrasse.
Seit dem Jahre 1875 arbeitete der berühmte Ingenieur,
Capitän Eads, an einer Vertiefung der Mündung des Missis
sippi durch ein System von „Jetties“, d. h. Steinwällen, welche
den Stromlauf bei der Mündung einengen, wodurch das Wasser
gezwungen wird, den Sand des Bettes in’s Meer zu schwemmen
und so den Flusslauf zu vertiefen. Jahr für Jahr wurde nun
die Mündung des Flusses tiefer, und im Juli 1879 war die er
strebte Maximaltiefe von 30 Fuss erreicht.
Nun können grosse Seeschiffe regelmässig in den Fluss
einlaufen und bis zu dem 100 Meilen oberhalb gelegenen
New-Orleans gelangen, nun konnte der Export von Weizen
über New-Orleans beginnen, und das geschah, denn es wurden
über New-Orleans exportirt i. J. 1877 = 2.741.000 B. Mais
und 105.000 B. Weizen, i. J. 1878 = 6.036.000 B. Mais und
845.000 B. Weizen, i. ^J. 1879 = 3.598.000 B. Mais und
t.901.000 B. Weizen, i. J. 1880 = 5.254.000 B. Mais und
8.421.000 B. Weizen, im ersten Halbjahre, vom 1. Januar bis
I. Juli 1881 exportirte New-Orleans 3.293.000 B. Weizen gegen
I•497*000 in derselben Zeit des Jahres 1880. New-York
exportirte gleichzeitig in 1881 = 21.5 Mill. B. und 1880 —
27.4 Mill. R. Der Einfluss der neuen Strasse ist sichtbar: der
Export auf ihr wächst, auf der hauptsächlichsten alten Strasse
nimmt er ab. Denn New-York exportirte allein ca. die Hälfte
allen Weizens aus diesem Theile der Union, nämlich 61 Mill.
i. J. 1880, Boston 3.4 Mill. B., Philadelphia 12. i Mill B.,
Baltimore 33 Mill. B., Portland i.i Mill. B., Montreal 8.2 Mill. B.
St. Louis ist der natürliche Sammelplatz für jenes Getreide,
das über New-Orleans nach Europa exportirt werden soll.