Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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2.  Kap.  Die  freie  Preisbildung.  Die  Marktpreise.
şolge  mangelhafter  Buchführung  die  Kosten  eines  jeden  der  verschiedenen  in
einem  Unternehmen  fabricirten  Artikel  nicht  genau  bekannt  sind.  Unter  solchen
Verhältnissen  ist  es  sehr  wohl  denkbar,  daß  ein  bei  der  Production  des  einen
ergebendes  dauerndes  Deficit  einem  so  bedeutenden,  bei  der  Production
Anderer  sich  herausstellenden  Gewinn  gegenübersteht,  daß  es  durch  letztem  gutgemacht ­
  wird.
3.  Je  größer  der  Absatz  ist,  desto  kleiner  braucht  der  Gewinn  an  den
einzelnen  Quantitäten  zu  sein.  Bei  großem  Absätze  kann  sich  der  Unternehmer
^uch  mit  kleinen  Profiten  begnügen.  Er  kann  auch  von  solchen  leben  und
öei  ihnen  seinen  Vortheil  finden.
4.  Bezieht  er  noch  aus  andern  Quellen  Einnahmen,  so  kann  der  Profit,
kn  er  aus  seinem  Geschäftsbetriebe  ziehen  muß,  um  so  viel  kleiner  sein.
Schon  zu  Anfang  des  ersten  Buches  haben  wir  gesehen,  wie  nothwendig
ê'  Ģ,  zwischen  den  Gesichtspunkten,  welche  die  ganze  Nation  im
ìlge  haben,  und  denjenigen,  welche  die  Verhältnisse  des  Einzelnen  in
bracht  ziehen,  sorgfältig  zu  unterscheiden.  Diese  Unterscheidung  muß  selbstverständlich ­
  auch  hinsichtlich  der  Productionskosten  zur  Anwendung  kommen.
Im  vorhergehenden  haben  wir  uns  mit  den  privaten  Productionsosten
  beschäftigt  und  gesehen,  einen  wie  beträchtlichen  Einfluß  dieselben  auf
îe  Gestaltung  der  Preise  ausüben.  Die  Opfer,  welche  sie  ihren  Trägern
Auferlegen,  ja  sogar  die  Verluste,  welche  sie  für  den  Unternehmer  eventuell  im
kfvlge  haben,  können  andern  Vortheil  bringen.  Wenn  jemand  für  das  von
Ņ  entliehene  Kapital  hohen  Zins  zahlt,  seinen  Arbeitern  hohe  Löhne  geuhren
  und  sein  Feuerungsmaterial  um  theuern  Preis  erstehen  muß,  so  steigern
Ņ  ?Hue  Productionskosten,  und  das  gereicht  ihm  zum  Nachtheil,  wenn  er  den
reis  [einer  Erzeugnisse  nicht  entsprechend  zu  steigern  vermag;  dagegen  beseine
  Gläubiger,  seine  Arbeiter  und  die  Kohlengrubenbesitzer  einen  seinem
^Maden  entsprechend  gesteigerten  Gewinn.
k  Wirten  ganz  andern  Charakter  tragen  dagegen  die  nationalen  Proļ
  'uns  ko  st  en,  d.  h.  die  Kosten,  welche  einer  Nation  in  ihrer  Gesamt-^
  ì  ñus  der  auf  ihrem  Gebiete  betriebenen  Production  erwachsen.  Vom
Ņ^"ņuļen  Gesichtspunkte  aus  sind  weder  die  Steuern  und  Abgaben  noch  die
ju  êstslôhne  und  Kapitalzinsen  noch  der  vom  Verkäufer  bezogene,  dem  Käufer
,  *  ust  fallende  Gewinn,  soweit  sie  nicht  in  das  Ausland  gehen,  als  Kosten
m  ^"chten.  Vielmehr  können  die  gesamten  Kosten  dieser  Art  auf  zwei
^  stylen  reducirt  werden:  auf  die  körperliche  wie  geistige  Arbeit  und  Mühe
iņ  T  beim  Productionsprocesse  Betheiligten  und  auf  den  Gesamtbetrag  der
le [ern  Processe  gebrauchten  und  verbrauchten  Güter,
prid  beiden  Arten  von  Kosten  sind  beständig  auseinanderzuhalten.  Die
^aten  Productionskosten  können  oftmals  ziemlich  genau  bemessen  werden,
BolkSwirtschastslehrk.  12
            
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