Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Das  Ende  des  Zunftwesens.

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g  Die  kleinzünftigen  Gewerbetreibenden  gehörten  nicht  zur
Johannis-Gilde.  Sie  genossen  nicht  die  gleichen  Rechte  wie
Angehörige,  sondern  wurden  dem  simplen  Bürger-  oder

^^beiter-Oklad  zugerechnet.  Sie  übten  die  gröberen  und  einfacheren
^^Werbe  aus,  und  ihre  Erzeugnisse  kamen  vorzugsweise  den  unteren
^ssen  der  Bevölkerung  zu  Nutzen.  Ihre  Zahl  war  beschränkt,
^^Wie  die  der  ihnen  zugestandenen  Hilfspersonen.  Sie  konnten
den  Ort  ihres  Betriebes  nicht  frei  wählen,  sondern  waren
^  die  Vorstädte  angewiesen.  Auch  war  ihnen  manche  schwierige
gar  nicht  oder  nur  unter  der  bezahlten  Aufsicht  des  gleich-^^^igen
  grossen  Amts  vorzunehmen  gestattet.  So  hatte  mithin
ß  ^  ^^fthgedanke  mit  seinen  die  freie  Erwerbsthätigkeit  einengenden
^^Schränkungen  auch  in  die  neuen,  zur  Lockerung  der  Fesseln
^^stimmten  Einrichtungen  hineingegriffen  und  Zustände  geschaffen,
1  denen  sich  weder  die  Gewerbetreibenden  noch  die  Bevölkerung
^glich  fühlten.  Das  Handwerk  steckte  tief  in  den  Banden  des
^Wesens,  aber  die  meisten  seiner  Einrichtungen  waren  nicht
p  ^  Sicherungs-,  sondern  ein  Behinderungsmittel  gewerblichen
^^^tschritts  >.  Der  Lehrling  und  der  Geselle  blieben  zur  Erlernung
Dandwerks  an  eine  bestimmte  Reihe  von  Jahren  gebunden.
Au  des  Meisterrechts,  d.  h.  des  Rechts  zur  selbständigen
»  ^^og  des  Gewerbes,  war  nur  möglich  durch  eine  Prüfung  vor
^^iduen,  die  als  zukünftige  Konkurrenten  keineswegs  immer
und  unparteiisch  urtheilten.  War  endlich  der  Geselle
Ziele  gelangt,  so  hinderten  den  jungen  Meister  verschiedene
^  Schränkende  Bestimmungen.  Er  war  zur  Ausübung  des  Hand-Per
  ^  einem  Orte,  nur  mit  einer  gewissen  Zahl  von  Hilfssonen,
  häufig  nur  innerhalb  sehr  enger  Grenzen,  Arbeiten  zu
^^^'""ehmen  berechtigt.  Die  Bevölkerung  auf  der  anderen  Seite
^  "^erte  sich  über  mangelhafte  Leistungen,  hohe  Preise  und
Un  ^  y^Pünktlichkeit  in  der  Ablieferung  bestellter  Arbeiten.  So
Dgen  die  Zustände  in  der  Mitte  unseres  Jahrhunderts.
.  ^  W  enige  werden  sich  wohl  damals  schon  gesagt  haben,  dass

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^icht  mehr  lange  fortgehen  könne.  Wenn  aber  einstweilen
^uis  •  Alten  blieb,  so  darf  man  nicht  vergessen,  dass  das
Deutschlands,  das  man  vor  Augen  hatte,  zu  Neuerungen
^¡n  kein  Vertrauen  erweckte.  Erst  1849  war  in  Preussen
^cmlicher  Rückschritt  geschehen,  eine  den  Wünschen  der

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®rincq  in  Bait.  Monatsschr.  7,  S.  10.
            
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