Full text : Die Volkswirthschaftslehre

322  Buch  4.  Kap.  2.  Einkommcnsverhältnisse.
der  Unternehmenden  ab.  Jedenfalls  hat  jedoch  der  Gewinn  den
jeweilig  möglich  niedrigsten  Stand  erreicht,  wenn  die  Concurrenzverhältnisse
  seine  Höhe  so  tief  niederdrückten,  daß  deren  Geringfügigkeit ­
  eben  nur  noch  die  Geschäftsaufgabe  verhindert.
Mit  den  Fortschritten  der  wirthschaftlichen  Kultur  wird
zunächst  der  in  den  verschiedenen  Zweigen  der  Production  erzielte
Durchschnittsgewinn,  um  den  die  in  den  einzelnen  gleichartigen
Unternehmungen  gemachten  Gewinne  auf  und  ab  schwanken,
verhältnißmäßig  gleichmäßiger,  weil  mit  jenen  die  Productionsmittel
  unbehinderter  ans  den  weniger  ergiebigen  Unternehmnngsgebieten
  in  die  ergiebigeren  überzuströmen  vermögen,  und  auch
die  Gewinnstchancen,  welche  ein  Geschäftszweig  darbietet,  unr
so  eher  richtig  erkannt  und  gewürdigt  werden,  je  einsichtiger  und
rühriger  ein  Volk  geworden  ist.  Sind  die  Aussichten  auf  Gewinn
bei  einem  Geschäftszweige  besonders  günstig,  so  pflegen  nicht  nur
diejenigen,  welche  in  demselben  bisher  einen  die  Productionskosten
  ihrer  Unternehmerarbeit  weit  übersteigenden  Arbeitslohn
verdienten  oder  ihr  Kapital  erheblich  über  die  landübliche  Zinshöhe
nutzten,  ihre  Unternehmungen  nach  Möglichkeit  zu  erweitern,
sondern  es  wenden  sich  außerdem  Andere  einer  so  verlockenden
Unternehmungsgelegenheit  durch  Neubegründung  ebensolcher
Geschäfte  thunlichst  zu,  ivvdurch  die  ausgleichend  wirkende  Concurrenz
  vermehrt  wird.  Umgekehrt  nimmt  der  Zudrang  zu  den
nur  geringen  Gewinn  bringenden  Unternehmungen  ab,  aus
denen  sich  überdies,  insoweit  nicht  die  Schwierigkeit,  die  einmal
darin  angelegten  Vermögensbestandtheile  anderweit  zu  verwerthen
oder  für  sonstige  Productionszwecke  verwendbar  zu  machen,
hindernd  entgegentritt,  Viele  baldigst  wieder  herauszuziehen
suchen,  um  ein  besser  lohnendes  Geschäft  ergreifen  zu  können.
Ucbrigens  erfolgt  die  Gewinnausgleichung  deshalb,  weil  sie
eben  durch  Erweiterung  und  Vermehrung  sowie  bei  Einschlagen
einer  veränderten  Productionsrichtung  durch  Einschränkung  und
Verminderung  der  betrcffenbeu  Unternehmungen  vor  sich  geht,
überhaupt  schon  je  nach  der  Art  und  den  Erfordernissen  letzterer
ungleich  rasch  und  vollständig.  Dieselbe  verivirklicht  sich  im
Allgemeinen  am  ehesten  bei  den  Productionen,  rücksichtlich  deren
eine  Ab-  und  Zunahme  des  Umfanges,  in  welchem  sie  betrieben
werden,  am  leichtesten  stattfinden  kann,  und  am  spätesten  bei
denjenigen,  die  aus  irgend  einem  Grunde  keine  ebenmächtige
Concurrenz  zu  befürchten  haben  oder  wegen  überwiegender
            
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