Full text : Die Volkswirthschaftslehre

334  Buch  5.  (Konsumtion  der  Güter.
Verzehrung,  deren  weitergehende  Nachwirkung  weniger  leicht
bemcßbar  ist,  znnächst  eben  aus  der  verhältuißmäßigeu  Bedeutung,
welche  das  befriedigte  Bedürfniß  für  die  persönliche  und  wirthschaftliche ­
  Fortentwickelung  des  Consumireuden  nach  dessen
jeweiligem  Znstande  hat.
Jrreproductiv  (unreproductiv)  hingegen  bleiben  hiernach  alle
(Konsumtionen,  welche  nicht  irgendwie  reproductiv  werden,  weder
unmittelbar  noch  mittelbar  zur  Wiederhervorbringung  beitragen,
sondern  vielmehr  gleich  den  anderweiteu  Werthszcrstörnngeu
lediglich  Verluste  verursachen,  z.  B.  durch  vergeblich  gemachte
Vvrauslagen,  oder  durch  übermäßiges,  Gesundheit  und  Wohlbefiudeu
  beeinträchtigendes  Genießen  re.
Inwieweit  hierneben  eine  (Konsumtion  tvirthschaftlich  günstig
ober  ungünstig  einwirkt,  das  erhellt  aus  dem  fortdauernderen
Einflüsse  derselben  auf  die  wirthschaftliche  Lage.  Wirthschaftlich
Vortheilhaft  können  sonach  z.  B.  solche  Verwendungen,  welche
für  Melioration  der  Arbeitskraft  mit  gutem  Erfolge  gemacht
wurden,  selbst  dann  werden,  wenn  sie  nicht  aus  dem  laufenden
Einkommen,  sondern  nur  mittels  Aufzehrung  von  Kapital  zu
bestreiten  waren.  Unbedingt  wirthschaftlich  schädlich  ist  lediglich
jeder  nnuöthige  Verbrauch,  durch  den  der  wirthschaftliche  Zustand
des  Verbrauchers  ohne  Ersatz  nachhaltig  verringert  wird.
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(Konsumtion  und  Production  bedingen  sich  sonach  gegenseitig, ­
  da  erstere  eine  natürliche  Vorbedingullg  letzterer  und
diese  wieder  eine  nothwendige  Voraussetzung  jener  ist.
Der  wirthschaftliche  Erfolg  der  (Konsumtion  hängt  deshalb ­
  allgemeinhin  auch  wesentlich  von  deren  Verhältnißmäßigkeit
  und  Richtung  ab,  während  übrigens  insbesondere
noch  die  Veränderungen  in  Betracht  kommen,  welche  rücksichtlich ­
  der  Gestaltung  derselben  im  Verlaufe  der  Kulturentwickelung
  eintreten.
Keine  Production  ist  möglich  ohne  gleichzeitige  (Konsumtion
und  jede  Production  ist  schließlich  immer  nur  Mittel  zur
Ermöglichung  irgend  einer  Consumtiou,  ivouach  zwischen  Wiederverzehrung ­
  unb  Wiederhervorbriugung  eine  unausgesetzte  Wechselwirkung ­
  stattfindet.  Ebenso  ist  jeder  wirthschaftlich  Selbständige
Consument  und  Producent  zugleich.
            
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