Object: Die Social-Demokratie

52 HI Umsturz d. Ordnung durch die Soc.'Demokratie. 
Besitzes, den Kommunismus, zur Grundlage und Gleichheit 
des Genusses zum Ziel hat. Sie bekämpft daher vor allen 
Dingen und mit aller Erbitterung die Produktionsweise unserer 
heutigen Gesellschaft, deren Wesen das Zusammenwirken von 
Arbeitgebern und Arbeitnehmern, von Kapital und Arbeit 
bildet, welche die verschiedenen Abstufungen der Gcsellschafts- 
glieder, wie die Ungleichheit des Besitzes zur Voraussetzung 
hat und auch hieran im Princip nichts ändert, wenngleich 
auf ihrem Boden ein ständiger Wechsel stattfindet, der die 
Einen auf der socialen Leiter um einige Sprossen höher 
hinauf, Andere tiefer herunter führt, in der Regel je nach 
der individuellen Beschaffenheit und Leistungsfähigkeit der 
Einzelnen. Geschicklichkeit, Fleiß und Sparsamkeit führen 
aufwärts, Trägheit und Mangel an wirthschaftlichem Sinn 
dagegen abwärts. Es ist wohl zu beachten, daß die Social- 
Demokratie die nivderne Produktionsweise in ihrem Princip 
bekämpft, und nicht um der Auswüchse und Ausschreitungen 
willen, die zu verschiedenen Zeiten in verschiedener Stärke 
hervorgetreten sind. Solche Erscheinungen haben nicht im 
Princip, sondern in der sittlichen Qualität des Menschen 
ihre Ursache, und sie werden zu- oder abnehmen, je nach 
dem jene Qualität sich verschlechtert oder bessert. Sie werden 
von Niemandem gut geheißen, wohl aber von Jedermann 
bekämpft, der das Zusammenwirken der einzelnen Faktoren 
der modernen Produktion, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, 
an gegenseitige sittliche Verpflichtungen gebunden weiß. Die 
Social-Demokratie meint also nicht die Ausschreitungen, die 
wir von Innen durch die Kraft einer moralischen Einwirkung 
und von Außen durch das Mittel der staatlichen Gesetzgebung 
bekämpfen, sondern das Princip der modernen Produktion, 
somit die Basis unserer helltigen Gesellschaftsform, wenn 
mir im „N. Soc.-Demokrat" (1872, 55 Beilage) lesen:
	        
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