Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Ü

"Unsere  Beziehungen  zu  Sachsen  blieben  im  Berichtsjahre
durchaus  befriedigend,  wenn  wir  auch  zugeben  müssen,  das;  sich
die  Hoffnungen  nur  spärlich  verwirklichten,  welche  man  hier
#  sein  Zustandekommen  ausgebaut  hatte.  Die  Thatsache  des
Fortbestandes  des  sächsischen  Verbandes,  die  innere  Konsolidirnng,
  welche  er  durch  Verstärkung  der  Kompetenzen  seiner
Zentralleitnng  erfahren  hat,  beweisen  uns  nichtsdestoweniger,
dap,  unsere  Bestrebungen  auch  in  Sachsen  immer  mehr  Boden
gewinnen.  Im  Bunde  mit  der  Zeit  lind  des  dort  wachsenden
Vertrauens  in  unsere  Loyalität  wird  es  trotz  den  gegenwärtig
trüben  Aspekten  gelingen,  denselben  für  ein  Kartellverhältnis;
z"  gewinnen,  durch  welches  beide  Verbände  sich  verpflichten
U'iirden,  an  den  vereinbarten  Maßnahmen  gegen  Ueberprodnkiivn
  in  Bezug  aus  Löhne  und  Verbandsverkehr  ohne  gegen
Litiges  Einverständnis;  keine  Abänderungen  zu  treffen.  Jedenfalls
  ist  Aussicht  vorhanden,  das;  wir  in  Kürze  31t  einem
gegenseitigen  Musterschutz  gelangen.  Die  Anregung  hiefür  ist
von  Seite  der  sächsischen  Verbandsleitnng  und  Kaufmannschaft
  ausgegangen."
Man  findet  hierin  das  ArbeitsProgramm,  welches  die
Zentralleitnng  des  hiesigen  Verbandes  in  Bezug  auf  den
sächsischen  Schwesterverband  für  das  Jahr  1887  aufgestellt
hatte.  Sie  sandte  denn  auch  im  Laufe  desselben  eine  zweite
Delegation  nach  Planen.  Die  Delegation  hatte  den  Aufîeag,
  ein  Uebereinkommen  mit  dem  sächsischen  Verbände  zu
şuchen  in  Bezug  auf  gegenseitigen  Schutz  der  Muster,  für
einen  Lohnznschlag  ans  schlechte  Muster,  ebenso  auf  eine  mäßige
Erhöhung  des  Miniinallohnes,  auf  gleiche  Arbeitszeit,  sowie
s"r  ein  Kartell  im  bereits  angedeuteten  Umfange.  War  es,
daß  man  der  Delegation  eine  zn  große  Zahl  von  Anforderungen ­
  an  Sachsen  mit  auf  den  Weg  gab  oder  daß  momentane
Marktkonjunkturen  im  Spiele  waren,  oder  beides  zusammen,
an  der  Thatsache  vermag  es  nichts  zu  ändern,  daß  die
Delegation  mit  völlig  leeren  Händen  ans  Sachsen  zurückkam.

Zweite
Delegation.
            
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