Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

Weise  Waaren  nach  Sachsen  ausgaben,  um  die  herwärtigen
Produzenten  in  der  Klassifikationsfrage,  von  der  im  folgenden ­
  Abschnitte  die  Rede  sein  wird,  gefügiger  zu  machen.  Unbesonnene, ­
  von  ähnlichen  Tendenzen  diktirte  Aeußerungen  ans
demselben  Lager  ließen  annehmen,  daß  die  Waarenausgabe
nach  dorten  »in  Vieles  bedeutender  sei,  als  sie  in  Wirklichkeit
war.  Jetzt  brach  der  Sturm  tos.  In  den  Sektionen  wurde
Sperre  für  den  Veredlungsverkehr  mit  Sachsen  verlangt  und
das  Zentralkomite  beschäftigte  sich  in  seiner  Sitzung  vom
16.  Januar  ebenfalls  mit  der  Angelegenheit.  Es  kam  aber
zur  Ansicht,  daß  eine  derartige  Maßregel  nicht  angezeigt  sei,
einmal  sei  die  Waarenausgabe  nach  Sachsen  keine  außergewöhnlich
  hohe,  sodann  könnte  ein  solcher  Akt  —  wenn
auch  rechtlich  nicht  anfechtbar  —  beni  Verbände  leicht  alseine ­
  Ueberhebung  über  die  staatlichen  Abmachungen  zwischen
Deutschland  und  der  Schweiz  in  Bezug  auf  den  Beredlniigsverkehr
  gedeutet  werde»  und  den  Sympathien  Abbruch  thun,
deren  er  sich  von  Seite  der  obersten  staatlichen  Organe  erfreute ­
  und  ans  welche  er  mit  gutem  Grund  Werth  legte.
Die  Sperre  wurde  mit  Mehrheit  verworfen.
Dieselbe  Frage  beschäftigte  den  Verband  wiederum  an
der  Delegirtenversammlung  vom  1.  August  1890.  Von  einer
Sperre  war  diesmal  nicht  mehr  so  sehr  die  Rede,  wie  davon,
auf  alle  nach  Sachsen  gehenden  Sticketen  eine  Zuschlagstaxe
zu  erheben.  In  ihrer  Allgemeinheit  fand  man  aber  eine  solche
Maßregel  tveder  gerecht  noch  nützlich,  ein  Taxensystem  dagegen, ­
  welches  nur  gewisse  Muster  getroffen  hätte,  würde
kaum  durchführbar  gewesen  sein.  Die  Angelegenheit  wurde
ad  acta  gelegt,  um  voraussichtlich  nimmer  anfzutanchen,  sofern ­
  nicht  abnormale  Verhältnisse  eintreten  oder  der  sächsische
Verband  nicht  zu  Repressalien  provozirt,  was  kaum  anzunehmen ­
  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.