353
Warenhaus Hermann Tietf, Berlin.
In der Erkenntnis, daß nur ein körperlich gesundes und geistig geschultes Personal
imstande ist, den hohen Anforderungen des modernen kaufmännischen Lebens nachzu
kommen, hat es sich die bekannte Warenhausfirma Hermann Tietz von jeher angelegen sein
lassen, ihrerseits nach beiden Richtungen hin alles zu tun, was ihre Angestellten fördern könnte.
ARBEITSRÄUME. Daß die Firma für helle, luftige und gesunde Arbeitsräume
sorgt, auch den Angestellten eine
AUSREICHENDE MITTAGSPAUSE gewährt, ist selbstverständlich. Vor allem aber
ist es die Firma Hermann Tietz gewesen, die für das Warenhaus die
VÖLLIGE SONNTAGSRUHE eingeführt hat. Aber auch innerhalb der Arbeitszeit
wird den Angestellten sowohl vormittags wie nachmittags eine Pause gewährt, um ungestört
Frühstück und Vesper einnehmen zu können. Für diesen Zweck hat die Firma in allen
ihren Häusern besondere
KANTINENRÄUME eingerichtet, in welchen an die Angestellten auch Speisen und Ge
tränke gegen ein geringes Entgelt verabfolgt werden.
Abbildung i und 2 geben Teile der Kantine in dem neuen, im November 1912 eröffneten
Erweiterungsbau am Dönhoffplatz wieder. Diese Kantine besteht aus zwei langgestreckten
Flügeln, von denen der eine für die weiblichen, der andere für die männlichen Angestellten
bestimmt ist. In der Ecke, in der die beiden Flügel zusammenstoßen, liegen die Küchen,
*23
Verkaufsraum der Kantine.