Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Großbritannien  (Metallindustrie:  Eisen,  Stahl).

fuhr  steht  aber  eine  weit  bedeutendere  Einsllhr
  gegenüber,  welche  1879:  259,2  Mill.
Mk.  betrug  und  zwar:
Gezwirnte  Seide  2,4  Mill,  Mk.
Europäische  Seidenwaren  .  .  250,2
Außereuropäische  Seidenwaren  6,8  «  -
Die  Hauptabnehmer  britischer  Scidenwaren
  sind  jetzt:  Frankreich,  Deutschland,
Australien,  Britisch-Jndien,  nicht  mehr,
wie  früher,  die  Vereinigten  Staaten.  Nach
Deutschland  wurden  für  ca.  4  Mill.  Mk.
Waren  ausgeführt;  wieviel  Deutschland
nach  England  hinübersendet,  entzieht  sich
der  Berechnung,  da  seine  Exporte  meist
über  Holland  und  Belgien  gehen  und  als
Provenienzen  jener  Länder  erscheinen.
Ein  wichtiges  Requisit  für  die  Fabrikation ­
  der  verschiedenen  Bekleidungsstoffe
beim  Zeugdruck  und  Appretieren  sind  die
Gummisorten,  die  allerdings  auch  mannigfachen ­
  andern  Zwecken  dienen  müssen, ­
  wie  zur  Likörfabrikation,  Bereitung
von  Wasserfarben,  Zündhölzchen  x.  Der
Importwert  ist  bezeichnend  für  die  verschiedenen ­
  Industrien;  derselbe  betrug
1879:  für  arabisches  Gummi  5,i,  Lack  3,5,
Kauris  2,5,  audreö  Gummi  6,9  Mill.  Mk.
Iļ.  Metallindustrie.
In  der  Bearbeitung  von  Metallen  hat
sich  G.  von  jeher  ausgezeichnet,  doch  wird
es  in  einigelt  Zweigen  in  neuester  Zeit
von  Deutschland  übcrtroffen.  Nach  bcm
Census  von  1871  betrug  die  Gesamtzahl  der
in  allen  Zweigen  dieser  Industrie  beschäftigten ­
  Arbeiter  821,578  (davon  697,472  in
England  und  Wales  allein).  Für  Eisengießerei ­
  u.  -  Schmiederei  sind  Hauptcentren:
  Durham  (Stockton),  Wolverhampton, ­
  Dudley,  Westbromwich,  Merthyr-Tydsil,
  Sheffield.  Drahtzieherei
wird  am  ausgedehntesten  betriebeil  in
Halifax  uiib  Birmingham  -  Aston  ;  die
Fabrikation  von  Nägeln  konzentriert
sich  in  Süd-Staffordshire;  Hanptsitze  der
Schmiederei  von  Ankern  und  Ankerfetten
  sind:  Dudley,  Tipton  und  Westbromwich. ­
  M  a  s  ch  i  n  e  u  w  e  r  k  st  ä  t  t  e  n  finden ­
  sich  ait  zahlreichen  Plätzen.  Für  Nähnadeln ­
  sind  Nedditch,  Studley,  Sheffield ­
  ».  a.  Hauptorte;  für  Werkzeuge
aller  Art,  Feilen,  Sägen  und  Messer  ist
Sheffield-Ecclesall  Hauptproduktionsort.

1)  Eisen  und  Stahl.  Die  Hauptsitze
  für  die  Industrie  in  diesen  Metallen
sind:  Pork,  Stafford,  Northumberland,
Durham,  Südwales.  Doch  sind  die  früher
so  blühende  Eisenindustrie  und  der  Eisenhandel
  Englands  seit  einigen  Jahren  stetig
zllrückgcgangcn.Lähmend  wirktein  neuester
Zeit  die  Verbesserung  in  der  Darstellung
von  Bessemer^  und  Siemensstahl.  Da  man
Stahl  statt  Eisen  für  Lokomotiven,  für
Schiff-  und  Brückcilbauten,  Draht,  Hnfbcschlag
  n.  a.  gebraucht  und  die  Bearbeitung ­
  viel  weniger  Arbeitskraft  benötigt
als  Eisen,  so  wurden  mehrere  Tausend
Arbeiter  ihres  Erwerbs  beraubt.  Während ­
  1877  erst  89,000Ton.Siemenö-Martinstahl
  erzeugt  wurden,  belief  sich  diese
Produktion  1878  schon  auf  1V%  Mill.  T.
und  die  Zahl  der  Fabriken  auf  39.  Für
diese  Produktion  wurden  1879:1,050,167
T.  Hämatiterze  importiert.  1873  wurden
2.957.000  T.  britischer  Eisenwaren  exportiert, ­
  1879  nur  2,883,484  T.  (Wert:  351,5
Will,  m.),  1880  Aber  3,787,0001.  (%Bctt
566.140.000  Mk.)  und  zwar:
Tonnen  Tonnen

Altes  Eisen  .  241000
Roheisen,  Stangenelsen.
  .1936000
Eisenbahnschienen ­
  .  .  .  694000

Reifeisen,  Blech  280000
Verzinnte  Platten. ­
  .  .  .218000
Eisenguß  .  .  277000
Stahl  .  .  .  69000

also  Roheisen  und  altes  Eisen  1,873,000
Ton.,  Eisenprodukte  1,842,000  T.,  im
ganzen  3,715,000  T.  im  Gesamtwert  von
533,4  Mill.  Mk.,  wovon  auf  die  erste
Klasse  127,2  Mill.,  auf  die  zweite  406
Mill.  Mk.  entfallen.  Nach  Deutschland
fingen  248,000  %.  SRoWfen  (12,720,000
Mk.)  und  23,000  T.  Bleche  und  Platten,
Stab-  und  Stangeneisen,  Eisenguß  re.  für
460,000  Mk.  Der  größte  Teil  von  Roheisen ­
  (340,000  T.)  ging  nach  den  Vereinigten ­
  Staaten.—Dagegen  betrug  1879
die  Einfuhr  nur  73,o  Mill.  Mk.,  davon:
Eisen-  und  Stahlwaren  .  .  34,4  Mill.  Mk.
Eisen  in  Stäben  ...»  77,8  -  -
Die  Maschinenfabrikation,  mit
welcher  auch  oft  Schmelzhütten,  Gießereien ­
  und  andre  Anstalten  verbunden  sind,
liefern  Dampf-  und  andre  Maschinen  für
alle  erdenklichen  Zlvecke.  In  England  unb
Wales  bestanden  1876:1762  Maschinen-
            
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