Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Ostindien  (Produktion:  Baumwolle,  Jute).

58,944,520  Mk.,  von  Farbstoffen  aller
Art  1878  —  79:  75,277,200  Mk.  —
Unter  den  Gespinstpflanzen  steht  die
Baumwolle  obenan.  Die  ausgedehntesten ­
  Pflanzungen  finden  sich  in:  mittlern
Indien,  in  den  Landschaften  Berar,
Centralprovinzen,  Bombay  und  den  angrenzenden ­
  Vasallenstaaten.  Am  geschätztesten ­
  im  Handel  sind  die  Sorten  Hinganghat ­
  und  Amraoti  aus  Centralindien,
Dhollcrah  aus  Gudschcrat  lutb  Dharwar
in  Südwestindien.  Der  amerikanische
Bürgerkrieg  war  der  Grund  für  den  Aufschwung ­
  dcö  ostindischen  Baumwollbaus,
früher  war  von  den  Erträgen  für  den
Export  wenig  übrig.  Unter  der  eifrigen
Förderung  der  englischen  Regierung  stieg
der  Ertrag  von  462,000  Ballen  1858  auf
2,2  3m.  Wen  1872.  Mer  bag  <#tdische
  Produkt  hat  dem  amerikanischen
doch  aus  die  Dauer  erfolgreiche  Konkurrenz ­
  nicht  machen  können,  und  derErport,
welcher  1874-75:  5,600,086  Etr.  im
Wert  von  305,2  Mill.  Mk.  erreichte,  siel
bis  1878-79  auf  2,966,570  Ctr.  im  Wert
von  158,2  Mill.  Mk.,  stieg  indes  1879-1880
  auf  222,:)  3m  m  @nüiaiib  i(t
Hauptkonsument,  doch  nimmt  Österreich
in  immer  größerm  Mast  an  diesem  Handel ­
  teil.  Aber  wenn  die  Ausfuhren  abgenommen ­
  haben,  so  hat  sich  der  Verbrauch
im  Land  um  so  mehr  gesteigert.  Man
schlägt  den  Konsum  von  Rohbaumwolle
auf  295  Mill.  Pfd.  an.  Dabei  wird  daö
Quantum  des  englische,:  Imports  an
Garnen,  Geweben  re.  ans  330  Mill.  Pfd.
angegeben.  Sourit  wäre  O.  Englands
bester  Kunde,  denn  man  berechnet  die  gesamte ­
  englische  Ausfuhr  von  Baumwollmanufakten
  auf  1041,7  Mill.  Pfd.  Aber
seit  einigen  Jahren  sind  Spindeln  und
Webstühle  in  mehreren  Teilen  des  Landes
entstanden.  Die  schnelle  Zunahme  dieser
Industrie  bekunden  nachstehende  Ziffern:
Etablissements  Webstiihlc  Spindeln
1875—  76  :  47  0139  1100112
1876—  77:  51  10385  1244206
1877—  78:  55  10533  1289  705
WO#  biefer  3nb#ic  ^  W  %
Handels  mit  dem  fertigen  Fabrikat  ist
Bombay;  voir  den  53  Etablissements
befanden  sich  dort  41  ( 8 A  auf  der  Insel

Bombay,  1 U  in  Gudschcrat),  5  in  Kalkutta, ­
  je  2  in  Madras  rrnd  Khanpnr.
Schon  führt  O.  eigne  Garne  und  Gewebe ­
  aus:  1869  für  26  Mill.,  1879-80
für  32,4  Mill.  Mk.;  indes  haben  sich  die
fremden  Zufuhren  seit  zehn  Jahren  auf  der
ziemlich  konstanten  Höhe  von  360—400
Mill.  Mk.  erhalten.  Wie  der  amerikanische
Krieg  indische  Baumwolle  zu  grösterer  Beachtung ­
  brachte,  so  lenkte  der  Krimkrieg
die  Aufmerksamkeit  englischer  Spinner
auf  eine  andre  Gespinstpflanze,  die  Jute.
Noch  vor  20  Jahren  nur  zum  Hausbedarf
gepflanzt,  wird  diese  heute  so  wichtige  Textilpflanze ­
  jetzt  in  ausgedehntem  Maß  für
den  Handel  kultiviert.  1828  wurden  erst
364  Etr.  roher  Jute  im  Wert  von  1240
Mk.  exportiert;  1862  wertete  die  Ausfuhr
10  Mill.,  1873  aber  100  Mill.  Mk.  Die
Exportmengen  sind  seit  jener  Zeit  kaum
gestiegen,  1873—74:  6,127,279  Ctr.  und
1878—79:  6,021.382  Ctr.,  wohl  aber  der
Wert,  welcher  in  jencirr  ersten  Jahr  68,7
Mill.  Mk.  betrug,  im  letzten  76  Mill.  Mk.
und  1879—80:  87,4  Mill.  Mk.  erreichte.
Der  Stillstand  in  der  Ausfuhr  bedeutet
indes  nicht  Stillstand  in  der  Produktion,
denn  Jirdicn  verbraucht  immer  mehr  von
dem  Rohstoff  iir  seinen  eignen  Fabriken.
1879  waren  21  große  Etablissenrentö  mit
über  6500  Kraftstühlen  im  Gang,  ivelche
jährlich  über  100Mill.  Jutesäcke  herstellen.
Dazu  kommen  noch:  sogen.  Gnnnycloth,
Sackleinwand,  Teppiche,  Seilerwaren,
deren  Ausfuhr  sich  1879—80  auf  23,o
Mill.  Mk.  bezifferte.  Die  Ausfuhr  des
Rohstoffs  richtet  sich  namentlich  nach  Großbritannien ­
  und  Irland,  wo  indes  einige
Fabrikanten  sich  entschlossen  haben,  ihre
Etablissements  in  das  mit  weit  billigern
Arbeitskräften  ausgerüstete  O.  zu  verlegen; ­
  ebenso  gehen  Exporte  nach  Frankreich
(Dünkirchen),  Deutschland,  das  1879:
14,705  Ctr.  Rohjute  für  seine  Spinnereien ­
  bezog,  nach  den  Vereinigten  Staaten, ­
  wohin  1879:  69,590  Ton.  Rohjnte
exportiert  wurden.  Säcke  sindcn  Absatz
vornehmlich  in  Australien,  Ägypten,  England ­
  und  deil  Vereinigten  Staaten.
Einen  bedeutenden  Exporthandel  treibt
Indien  mit  Samen,  von  denen  1878—
1879:12,187,000  Ctr.  verschifft  wurden,
            
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