Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Ostindien  (Finanzen,  Kreditwesen).

Von  Eisenbahnen  standen  31.  Dez.
1878  im  Betrieb  13,221  km,  davon
3494  km  StaatSbahncn  und  9727  km
Privatbahnen.  Die  dem  Verkehr  übergebenen ­
  Linien  zeigteir  eine  Einnahme  von
208,1  Mill.  Mk.,  eine  Ausgabe  von  104,i
Mill.  Mk.  Der  gesamte  Aufwand  betrug
WS  31.  1880  :  2482,5  Mid.  9Rf.
(garantierte  Privatbahnen  1946,g  Mill.,
Staatsbahnen  515,o  Mill.  Mk.)  und
das  Gesamtertragnis  107,4  Mill.  Mk.
(StaatSbahncn  6,2  Mill.  Mk.).  —  DaS
Postwesen  ist  feitl854  nach  europäischem
Muster  organisiert.  Der  Postsatz  im  Inland ­
  ist  ein  einheitlicher  von  6  Pence;
den  Satz  mit  dem  Ausland  bestimmt  England, ­
  das  1876  sür  O.  zum  Weltpostverein
trat.  Befördert  wurden  1877—78  in
4107  Postämtern  1k  5,089,336  Briefe  und
10,999,758  Zeitungen.  Die  Einnahmen
beliefen  sich  ans  6,121,780  Mk,  die  Ausgaben ­
  aus  7,043,720  Mk.  DieTelcgraphenlinien
  hatten  31.  März  188(i  eine
Länge  von  33,040  km,  die  Drähte  von
83,600  km;  die  unterseeischen  Linien
waren  142  km,  die  Leitungen  waren  180
km  lang.  In  239  Telegraphenämtern
wurden  1878:  1,431.452  Depeschen  befördert; ­
  die  Einnahnren  beliefen  sich
auf  6,121,780  Mk.,  die  Ausgaben  ans
7,043,720  Mk.  Für  die  Welttelegravhic
ist  O.  die  große  Heerstraße  geworden.  Mit
Europa  ist  es  verbunden  durch  die  große
Linie,  welche  über  Kleinasien  und  Persien ­
  nach  Bombay  führt;  von  Madras
führt  ein  Kabel  über  Singapur  nach  China
und  Japan  sowie  nach  Australien.  —
Die  Zeitungen  erscheinen  entweder  in
englischer  Sprache  oder  in  der  Sprache  der
Eingebornen  oder  in  beiden  Sprachen  zugleich. ­
  Man  zählte  1877  im  ganzen  488
Blätter,  davon:  in  englischer  Sprache
161,  in  der  Sprache  der  Eingebornen  267,
in  beiden  Sprachen  60.
Die  Handelsflotte  zählte  1875  —
1876  von  kleinen  einheimischen  Schiffen
3337  von  215,471  Ton.  Die  Dampferflotte ­
  der  British  India  Steam  Navigation ­
  Co.  vermittelt  den  Verkehr  aller
bedeutenden  Häfen  Ostindiens  untereinander ­
  sowie  mit  denen  am  Persischen ­
  Golf  und  in  Hintcrindien.  Andre

Dampferlinien  sind:  für  Bombay  und
Kalkutta  Österreichisch-Ungarischer  Lloyd,
Peninsular  and  Oriental  Steam  Navigation ­
  Co.  (auch  für  Madras),  Società  Rubattiuo
  (Genua),  für  Bombay  die  Hall-Linie
  (London),  für  Kalkutta  die  Harrison-Linie
  (Liverpool)  und  die  Messageries
maritimes  (auch  für  Madras).  —  Konsulate ­
  unterhält  Deutschland  in:  Akyab,
Bassein,  Bombay,  Coconada,  Kalkutta,
Karatschi,  Madras,  Moulmen,  Rangun;
Agenturen  in  Chittagong  und  Tuticorin.
In  allen  Häfen  liefen  1877—78  ein:
6353  Schiffe  von  2,877,649  Ton.,  aus:
6184  Schiffe  von  2,876,730  T.  An  diesem ­
  Verkehr  beteiligten  sich  die  Hauptländer ­
  in  folgender  Weise:
Schiffe  Tonnen
Großbritannien  .  .  3853  4352380
Britisch.  Indien  .  .  3017  418774
Vereinigte  Staaten  .  137  162535
Italien  191  158178
Frankreich  ....  223  126312
Deutschland....  93  75433
Der  Verkehr  deutscher  Schiffe  nimmt  von
Jahr  zu  Jahr  ab.  —  In  der  Küstenschiffahrt ­
  liefen  1875—76  ein:  156,780
Fahrzeuge  von  6,728,488  Ton.,  davon
britische  3927  von  3,466,508  T.,  britischostindische ­
  2223  von  728,303  T.,  fremde
2680  von  195,425  T.,  einheimische  kleine
Fahrzeuge  149,630  von  2,519,831  T.
Finanzen,  Kreditwesen  rr.
Staatshaushalt.  DasJahr  l875—
1876  hatte  noch  eine  Mehreinnahme  von
33,4  Mill.  Mk.  aufzuweisen,  aber  1876
bis  1877  stellte  sich  ein  Defizit  von  43,6
Mill.,  1877—78  von  70,9  Mill.  Mk.  ein.
Dagegen  betrug  1878—79  die  Einnahme
1304,  Ausgabe  1263,s  Mill.  Mk.  Von
den  Ausgaben  waren  986,3  Mill,  in  Indien ­
  und  277  Mill.  Mk.  in  England  gemacht ­
  worden.  Der  bedeutendste  Posten
in  der  Einnahme  ist  die  Grundsteuer,
welche  sich  1878-79  auf  446,c  Mill.  Mk.
bezifferte,  nächstdem  Opiumsteller  188
Mill.;  das  Salznionopol,  eine  sehr
drückende  Abgabe  für  die  arme  Bevölkerung, ­
  welche"  das  Salz  mit  200  Mk.  pro
Tonne  bezahlen  muß  und  daher  oft  statt
desselben  salzige  Erden  genießt,  brachte
138,8  Mill.  Mk.,  die  Eisenbahnen  und
            
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