Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Pregel  —  Preußen  (Areal,  Bevölkerung).

Moldau  -  Dampfschiffahrtsges.,  für  den
Güterverkehr  auf  der  untern  Moldau  und
Elbe  die  Schiffe  der  Prager  Dampf-  und
Segelschiffahrtsges.,  für  den  Lokalverkehr
die  Pferdebahn.  —  Geld-  und  Kreditinstitute ­
  sind:  dieBörse/.welche  in  Bezug
auf  das  Warengeschäft,  namentlich  in
Zucker,  von  großer  Bedeutung  ist,  die
Böhmische  Sparkasse,  das  hervorragendste
Prager  Kreditinstitut,  mit  eineni  Einlagenstand ­
  von  140  Mill.  Mk'.,  ferner
die  Städtische  Sparkasse,  sieben  Borschußkassen, ­
  eine  Filiale  der  Österreichisch-Ungarischen ­
  Bank  mit  einem  Geldverkehr
von  jährlich  460  Mill.  Mk.,  eine  Filiale
der  Österreichischen  Kreditanstalt,  dieHypothekenbank
  des  Königreichs  Böhmen  (80
Mill.  Mk.  Kapital),  die  Landwirtschaftliche ­
  Kreditbank  und  acht  andre  Bankinstitute. ­
  —  Märkte.  Ein  Zuchtvieh  -  und
Maschinenmarkt  wird  jährlich  abgehalten  :
Messen:  3.  Febr.,  14.  Juni  und  25.
Sept.,  jede  zu  14  Tagen;  ein  Wollmarkt
von  fünf  Tagen  24.  Juni.  —  Platzgcbrau
  che.  Atan  verkauft  Getreide  vielfach ­
  nach  dem  Gewicht:  Weizen  prima  für
.132,  gewöhnlichen  für  130  Pfd.,  Roggen
125  und  122,  Gerste  115  und  110  Psd.,
Zucker,  Sirup  und  Melasse  für  denZollcentner,
  Baumwollgarn  Nr.  6—8  für  den
Wiener  Centner,  Nr.  20  und  fernere  für
das  Pack  von  10  engl.  Pfd.  Wechselkurse ­
  wie  in  Wien.
Pregel,  Fluß  in  der  preuß.  Provinz
Ostpreußen,  entsteht  2  km  westlich  von
Insterburg  und  mündet  nach  134  km
langem,  durchweg  schiffbarem  Laus  8  km
unterhalb  Königsberg  ins  Frische  Haff.
Mit  Deime,  Alle,  den  masurischen  Wasserstraßen ­
  und  dem  Großen  Friedrichsgraben
mißt  das  gauzcGebict  des  P.397krn,  wovon
29,8  km  mit  einem  Tiefgang  von  1,5  m,
139,1  km  mit  1  m,  152  km  mit  0,75  m
und  76  km  mit  unter  0,75  m  Tiefgang  befahren ­
  werden  können.  Der  Große  Friedrichsgraben ­
  und  der  Seckenburger  Kanal
verbinden  den  P.  mit  der  Memel.
Preußen,  der  wichtigste  Staat  im  Deutschen ­
  Reich,  besteht  im  wesentlichen  aus
einem  zusatnmenhäilgenden  Gebiet,  das
"ue  Anzahl  von  kleinern  Staaten  umlchließt.
  Getrennt  vomprcußischcn  Staatsgebiet ­

  sind  außer  mehreren  Enklaven  innerhalb ­
  der  von  P.  umschlossenen  Staaten ­
  die  KreiseSchleusiiigc»,Schmalkalden
und  Ziegenrück  sowie  die  Exklaven  Wandersleben ­
  in  Thüringen  und  Hohenzoüern
in  Süddeutschland.  Dem  Flächeninhalt
nach  nimmt  P.  unter  den  europäischen
Staaten  die  siebente  Stelle  ein  ;  sein  Areal
beträgt  ohne  die  Haffe  und  Gewässer  der
Ostsee  348,246  qkm  (6311,2  OM.)  mit
(1880)27,260,331  Einw.,  welche  sich  auf  die
einzelnen  Provinzen  wie  folgt  verteilen:

Provinzen

Ostpreußen  .
Westpreuße»
Brandenburg
Pommern  .
Posen.  .  .
Schlesien.  .
Sachsen  .  .
Schleswig-Holst
Hannover  .
Westfalen  .
Hessen-Nassau
Rheinland  .
Hohenzollern

am.

26978
25502
39897
30107
28954
40291
25245
18841
38426
20200
15685
26980
1143

QM.

671.5
462.8
724.5
547,0
525.8
731.7
458.4
339.5
698.8
366.8
288,7
489.9
20,7

Einwohner ­


1930408
1402498
3383560
1538454
1700943
4003223
2311067
1124862
2117629
2042672
1553344
4073738
67579

Bon  der  Bevölkerung  1875  (25,742,404)
warenl6,636,990Pwtestauten,8,625,840
i  Katholiken  und  339,790  Israeliten.  Die
meisten  Protestanten  leben  in  Ostpreußen,
Brandenburg,  Pommern,Sachsen,Schleswig-Holstein, ­
  Hannover,  die  meisten  Katholiken ­
  in  Posen  und  Rheinland  ;  in  Schlesien, ­
  Westpreußeu  und  Westfalen  stehen
beide  Konfessionen  ziemlich  gleich.  —  A  us  -
wauderung.  Es  wanderten  aus  Bremen, ­
  Hamburg,  Stettin  und  Antwerpen
aus  1878:16,141  und  1879:19,211  über
deutsche  Häfen,  1939  über  Antwerpen,  zusammen ­
  21,150  Personen.
„  U  r  p  r  o  d  u  k  t  i  o  n.  Bon  dem  Gesamtarcal
sind  50  Proz.  Acker  und  Weinberge,  20
Proz.  Wiesen  und  Weiden,  23  Proz.  Forst.
Das  meiste  Ackerland  haben  Posen,  Sach-!
  sen,  Schleswig-Holstein,  Schlesien,  Pom-I
  ment,  West-  und  Ostpreußen  (62,  resp.  61,
58,56,55,54  und  51  Proz.),  das  wenigste
Hessen-Nassau  (40)  und  Hannover  (33
Proz.).  Den  meisten  Wald  haben  Hessen-Nassau
  (40),  Brandenburg  (32)  und
I  Rheinland  (31  Proz.).  —  Bestellt  wa-
            
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