Object: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Neigung als für die Konsumgenossenschaft haben heute die oberen 
Schichten für eine Verbündung mit den privaten Produ 
zenten. Diese Bewegung der sogenannten Käuferligen scheint 
an Bedeutung zu gewinnen. Der Konsument ist wach geworden und 
verlangt nach größeren Rechten, anfangs zum Zwecke der Unter 
stützung anderer in den sozialen Käuferligen, neuerdings aber auch 
zur Wahrung seiner persönlichen Interessen. Man geht darin schon 
so weit, daß man die Vermittler von Bedarfsartikeln unter die 
Kontrolle der Konsumenten stellt. Diese neue, vielleicht epoche 
machende Bewegung hat ihren stärksten Ausdruck gefunden in der 
Verbindung der Reichsorganisation der Hausfrauen 
Oesterreichs mit der Großeinkaufsgenossenschaft österreichischer 
Kaufleute. In der Erkenntnis, daß heute „die kaufmännische Ver 
mittlung nur für die Mittel der Kultur gebraucht wird, für die Zwecke 
des Kulturlebens aber ganz und gar nicht"/") nahm die Hausfrauen 
organisation bei ihrer Gründung die beiden folgenden Punkte in ihr 
Programm auf:^) 
1. Verbilligung der Haushaltsührung, einerseits durch Bekämp 
fung aller ungerechtfertigten Verteuerungen der Lebensmittel, an 
dererseits durch Erschließung billiger Einkaufsmöglichkeiten für ihre 
Mitglieder. 
2. Zusammenschluß der Konsumenten, hauptsächlich der Haus 
frauen, weil die organisierte Masse Gleichgesinnter erfolgreicher be 
kämpfen und erkämpfen kann als der einzelne. 
Aehnliche Bestimmungen haben auch die inzwischen gegrün 
deten Hausfrauenorganisationen anderer Länder aufgenommen. Auch 
in Deutschland hat die Bewegung schon Fuß gefaßt. Ihre Er 
folge bleiben abzuwarten. 
Nachdem die Hausfrauenorganisation Oesterreichs vergeblich ver 
sucht hatte, größeren Einfluß im ersten Wiener Konsumverein zu 
erlangen, trat sie in ein Vertragsverhältnis der Großeinkaufs 
genossenschaft der Kaufleute in der Annahme, dort ihre 
"") Jaroslaw, Kaufmann und Bedarfsveredelung in der Zeitschrift 
„Der Kaufmann und das Leben", 1912/13, S. 107. 
21 ) Bei den folgenden Ausführungen halte ich mich wesentlich an einen 
Bericht im „Morgen" (23. März 1914) von Netty Schwein bürg, Präsidial 
rätin der Reichsorganisation der Hausfrauen Oesterreichs. Während der Druck 
legung geht mir noch interessantes Material von der bekannten Führerin in 
der österreichischen Frauenbewegung, Helene G r a n i t s ch, zu, das leider nicht 
mehr berücksichtigt werden kann.
	        
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