Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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düngen  rcagirten  gegen  die  Gesinnnngen,  die  er  bei  Ricardo
und  überhaupt  bei  den  meisten  National  Ökonomen  seiner  Zeit
an  traf.  Er  wurde  aber  nichtsdestoweniger  durch  die  Autorität
ihrer  Theorien  in  den  engsten  Schranken  befangen  gehalten.
Entstehung  und  Rolle  des  Capitals  gestalteten  sich  in  seinem
Ideenkreisc  bezüglich  des  Hauptpunkts  um  nichts  besser,  als
in  der  Smithschen  Volkswirthschaftslehre.  Er  hatte  eben  nur
da  einen  freieren  Blick  zu  thun  vermocht,  wo  ihm,  wie  in  der
Tjandwirthschaft,  alle  Verhältnisse  unmittelbar  vor  Augen  lagen.
Im  Uebrigen  sehen  wir  ihn  stets  von  seiner  Leetüre  abhängig
und  treffen  namentlich  im  spätem  Theil  seines  Lebens  auf  die
unzweideutigsten  Beurkundungen  der  Unsieherheit,  ja  bisweilen
der  völligen  Rückläufigkeit  seiner  volkswirthschaftlichen,  socialen ­
  und  allgemein  philosophischen  Er  theil  e.  Hiezu  kam  die
Beengtheit  der  klein  staatlichen  und,  ungeachtet  des  liberalen
Strebens,  doch  noch  immer  feudal  gefärbten  Anschauungsweise.
Während  ein  List  seine  Hauptarbeit  verrichtete  und  rastlos
den  grossen  nationalen  Gedanken  vertrat,  vermochte  Thünen
einen  Schutzzoll  für  Mecklenburgische  Handwerker  gegen  Hamburg ­
  und  Berlin  als  eine  möglicherweise  noth  wendige  Eventualität ­
  zu  kennzeichnen  und  dennoch  den  Eisenzoll  für  einen
Irrthum  zu  erklären.  Diese  Ideen  sprach  er  einige  Jahre  vor
seinem  Tode  aus,  und  man  braucht  sich  daher  um  seine  früheren
oder  sonstigen  Urtheile  über  Handelspolitik  nicht  weiter  zu
bemühen.  Sonst  hatte  er  sich  der  Smithschen  Ueberlieferung
gemäss  vorherrschend  freihändlerisch  ausgelassen.  Uebrigens
sind  es  auch  nicht  allein  solche  Ansichten,  wie  die  in  der  an
geführten  Biographie  (S.  2.50)  in  einem  wohl  überlegten  une  so
zu  sagen  denkschriftlichen  Briefe  ausgesprochenen,  son  ein
auch  die  späteren  rein  wissenschaftlichen  Untersuchungen,
welche  uns  das  Schwankende  der  handelspolitischen  Yoistehingen
  Thünens,  ja  streng  genommen  den  Mangel  einer  entschiedenen ­
  Ueberzeugung  bioslegen.  Unser  landwüchsiger  und
grundehrlicher  Denker  war  zu  gewissenhaft,  um  seine  Be  enkon
  zu  unterdrücken,  und  auf  diese  Weise  ist  es  geschehen,
dass  dieselbe  Rathlosigkeit,  welche  hei  andern  Nationalökonoinen
  nur  nach  der  feinsten  Zergliederung  sichtbar  wird,  bei  ihm
offen  zu  Tage  trat.
Da  bei  Jemand,  der  sich  schon  früh  und  auf  seine  Ait
sehr  eifrig  mit  den  socialen  Problemen  beschäftigt  und  dabei
            
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