Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Herrn  Roscher  mit  diesem  durchaus  nicht  neuen,  sondern  im
Reiche  der  gelehrten  Verworrenheit  sehr  begreiflichen  Standpunkt ­
  zu  thun.  Griücklicherweise  hat  die  XJebersetzung  des
Roscherschen  Lehrbuchs  durch  den  geistesverwandten  Herrn
Wolowski  auch  den  Geschmack  und  logischen  Sinn  der  Franzosen ­
  ins  Spiel  gebracht  und  unabsichtlich  dafür  gesorgt,  dass
die  fragliche  Abfällesammlung  auch  einmal  jenseits  der  Behausungen ­
  unserer  Universitätscoterien  eine  Würdigung  erfuhr.
Has  Achselzucken,  mit  dem  die  Prätension  einer  bcsondcrn
Geschichtlichkeit  in  diesem  Fall  aufgonornmcn  wurde,  war  nur
zu  natürlich.  Wir  können  uns  indessen  trösten,  da  der  Tact
unserer  Nachbarn  nicht  danach  geartet  ist,  unsere  ökonomische
Wissenschaft  nach  officiösen  Verschulungsproducton  der  rückläufigsten ­
  Art  zu  messen.

Wie  sich  der  Pseudohistorismus  im  Allgemeinen  ausnehmo,
und  wie  er  sich,  ganz  unabhängig  von  einer  gelegentlichen  individuellen ­
  Ausprägung,  als  wissenschaftliche  Entartungserscheinung ­
  gestalten  müsse,  habe  ich  ohne  specicllo  Rücksichtnahme ­
  auf  irgend  eine  Person  in  einem  besondern  Capitel
meiner  „Kritischen  Grundlegung  der  Volkswirthschafbslehre"
schon  1866  ausgeführt.  Da  diese  allgemeine  Haltung  der  Sache
eine  böswillige  Auslegung  erfuhr,  so  habe  ich  in  meinen  Briefen
über  die  Krisis  der  Nationalökonomie  1867  auch  speciell  Herrn
Roscher  und  zwar  auch  im  Hinblick  auf  die  hier  in  Frage
stehende  Recensirung  Lists  ein  paar  Bogen  gewidmet.  Die
Ueberwindung,  welche  eine  derartige,  durch  die  kleinlichen
Gesichtspunkte  der  übertägigen  Vorkleinerer  erzwungene  Beschäftigung ­
  mit  dem  Vorübergehenden  denjenigen  kostet,]  der  nur
die  grossen  Dimensionen  der  Wissenschaftsgeschichte  und  das
wirklich  Bedeutende  im  Auge  hat,  wird  der  unbefangene  Leser
unserer  bisherigen  Darstellung  veranschlagen  können.  Auch
wird  er  begreifen,  dass  nur  die  Beziehungen  zu  Friedrich  List,
dem  bisher  grössten  Deutschen  Nationalökonomen,  einer  Angelegenheit ­
  Bedeutung  geben,  die  ohnedies  mit  Stillschweio-en
zu  übergehen  gewesen  wäre.  Nur  weil  wir  wirklich  im  Listschen
  Buch  die  Anknüpfungspunkte  für  eine  historische  Methode
und  zugleich  für  eine  politische  Behandlungsart  der  Nationalökonomie ­
  besitzen,  und  nur  weil  sich  an  Stelle  dieser  Grundlagen
  ein  verschultes  Aftergebilde  unter  dem  täuschenden
Namen  der  Geschichtlichkeit  wenigstens  in  den  einem  List
            
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