Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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trachtung  unseres  grossen  Gegenstandes  zurück.  Friedrich
Lists  Geschichtlichkeit  ist  zum  Thcil  eine  wahrhaft  prophetische ­
  gewesen;  denn  er  durchschaute  die  sich  entwickelnde
Nothwendigkeit  der  Bildung  grosser  Nationalvereinigungen  und
er  kennzeichnete  am  nachdrücklichsten  von  allen  Schriftstellern
die  Ohnmacht  der  Deutschen  Wirthschaftspolitik.  Auch  für
eine  freiere  Metamorphose  der  Nation  worden  die  Listschen
Betrachtungen  eine  Bedeutung  behalten.  Ja  sogar  von  einem
höheren  theoretischen  Standpunkt  aus  wird  die  Erkenutniss
Lists  neue  Früchte  treiben  können.  Sein  echt  geschichtliclicr
Sinn  erkannte  die  Zusammengehörigkeit  der  wichtigsten  Wirthschaftsinstitutionen,
  wie  beispielsweise  der  centralistischen  Bankgestaltung ­
  mit  der  Grossstaatcnbildung  der  neuern  Jahrhunderte. ­
  Wer  nun  die  geschichtliche  Kritik  gegen  diese  Verwachsungen ­
  politischer  und  ökonomischer  Privilegien  und
Herrschaitsformen  kehren  will,  wird  hiemit  freilich  nicht  dom
in  dieser  Hinsicht  noch  gutgläubigen  Autor  selbst  entsprochen,
wohl  aber  von  seinen  Anschauungen  den  bestmöglichen  Gebrauch ­
  machen.
Wo  die  Theorie,  wie  in  der  Lehre  vom  Werthe  und  in
der  Unabhängigkeit  von  den  Malthus-Ricardoschcn  Fehlgriffen,
namentlich  aber  in  der  Auffassung  der  Grundrente  bei  List
einen  freieren  Charakter  hatte,  wird  sie  dem  Deutschen  Geiste
je  länger  je  mehr  zur  Ehre  gereichen  ;  denn  sie  war  die  Vorwegnahme ­
  von  dem,  was  sich  zunächst  in  den  Careyschen
Schriften  von  andern  Ausgangspunkten  her  vertreten  fand,  und
was  schliesslich  in  der  Form  meines  Systems  gleichsam  einen
mathematisch  sichern  Ausdruck  gefunden  hat.  Eine  vollere
Einsicht  in  die  Listschen  Wahrheiten  wird  durch  die  Untersuchung ­
  des  Careyschen  Systems  vermittelt.  Auch  die  geschichtliche ­
  Zusammengehörigkeit  der  Gedankenkreise  dos
Deutschen  und  dos  Amerikaners  in  einer  Deutsch-Amerikanischen ­
  oder,  wenn  man  will,  Amerikanisch-Deutschen  Ideengruppe ­
  wird  durch  die  Vergleichung  über  jeden  Zweifel  hinausgehoben.
  In  einer  nicht  unwichtigen  Beziehung  hat  sogar  List
etwas  anticipirt,  was  dem  National  Ökonomen  der  Amerikaner
fern  geblieben  ist,  —  ich  meine  die  von  dem  Deutschen  betonte
Wahrheit,  dass  die  Nationalökonomie  soweit  heruntergekommen
sei,  sich  fast  ausschliesslich  nur  noch  mit  der  Bodenrente  zu
beschäftigen.  In  der  That  ist  es  eine  arg  einseitige  Verschrän-
            
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