Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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mittelbar  aus  dem  Verwickelten  und  Vollen  der  Erscheinungen
die  Naturgesetze  der  Völkerökonomie  entnehmen  zu  wollen,  hat
nur  innerhalb  bemessener  Schranken  seine  Berechtigung.  In
einer  ähnlichen  Weise,  wie  Kepler  die  elliptischen  Bahnen
äusserlich  constatirte,  kann  auch  die  Induction  der  Anschauung
eine  Anzahl  von  Typen  der  Zustände  und  Vorgänge  kennzeichnen ­
  und  in  diesem  Sinne  auch  wirklich  Gesetze  aufiinden.
Dagegen  verbietet  sich  jedes  strenge  Raisonnement  über  die
innere  Logik  der  Vorgänge  und  über  die  partiellen  Triebkräfte ­
  der  Gestaltungen,  sobald  man  nicht,  ähnlich  wie
in  der  rationellen  Mechanik,  die  einfachen  principiellen  Thatsachen
  als  Axiome  aussondert  und  mit  ihnen  in  ableitenden ­
  Schlüssen  operirt.  So  ist  z.  B.  das  laisser  aller,  welches
praktisch  mit  Recht  so  verhasst  geworden  ist,  als  theoretische
Voraussetzung  nicht  nur  etwas  ganz  Unschuldiges,  sondern  in
einer  neuen,  auch  von  den  Eigenthumsverhältnissen  absehenden
Fassung,  sogar  ein  unentbehrliches  Mittel  richtiger,  vollkommen ­
  schlusskräftiger  Deductionen.  Nun  hat  Carey,  der  noch
in  seinem  ersten  Werk  die  Störungen  von  den  normalen  Vorgängen ­
  völlig  trennte,  späterhin  eine  derartige  Combination
und  Mischung  der  verschiedensten  Gesichtspunkte  eintreten
lassen,  dass  man  hiebei  die  Einseitigkeiten  der  Unmittelbarkeitsmethode ­
  nicht  zu  verkennen  vermag.  Hiezu  kommt  noch,
dass  er  sein  Augenmerk  mehr  darauf  richtet,  die  Bedingungen
des  vollkommneren  Typus  der  Existenz  darzulegen,  und  dass
er  diese  Bedingungen  als  allgemeine  Gesetze  alles  wirthschaftlichen
  Lebens  hinstellt.  Auf  diese  Weise  erhält  das  System
öfter  idealisirende  Züge,  die  nicht  etwa  als  praktische  Ideale,
sondern  an  Stelle  der  Wirklichkeiten  gleich  neutralen  theoretischen ­
  Wahrheiten  geltend  gemacht  werden.  Versteht  man  es
jedoch,  von  dieser  Seite  der  Charakteristik  zu  abstrahiren  und
die  lebensvollen  Triebkräfte  zu  ergreifen,  von  denen  der  rationelle ­
  Thcil  der  Auffassung  bewegt  wird,  so  wird  man  das  eminent ­
  moderne  Gepräge  der  neuen  umwälzenden  Anschauungsweise ­
  nicht  verkennen  und  zugleich  einschen,  wie  nach  diesen
Motiven  die  Schöpfung  eines  Systems  möglich  war,  welches
durch  epochemachende  Entdeckungen  und  Theorien  ebenso  wie
durch  frische  Regsamkeit  intuitiver  Darstellung  in  seiner  Art
einzig  ausgezeichnet  dasteht.
            
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