Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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dung  belassen  werden.  Die  allseitige  Anwendung  des  Begriffs
einer  Leistung,  die  an  Stelle  des  Dinges  den  eigentlichen
Gegenstand  der  Schätzung  bildet,  ist  ein  formaler  Vortheil,
der  manchen  Irrthum  beseitigen  kann.  Die  Vorstellungsart,
dass  im  gesummten  ökonomischen  Verkehr  nicht  Dinge  gegen
Dinge,  sondern,  genauer  betrachtet,  „Dienste  gegen  Dienste”
ausgetauscht  werden,  ist  nicht  ohne  Nutzen.  Sie  kann  mancher ­
  Rohheit  des  Ideenganges  verbeugen,  indem  sie  z.  B.  sofort ­
  sichtbar  macht,  wie  die  Verfügung  über  einen  Gegenstand
nach  Ort,  Zeit  und  Recht  eine  sehr  verschiedene  ökonomische
Macht  repräsentiren  und  daher  auch  als  Ziel  einer  Leistung
eine  entsprechend  variirende  Bedeutung  haben  müsse.  Uebrigens
  ist  sie  aber  ganz  unerheblich,  und  der  eitle  Glaube,  den
Bastiat  in  seiner  letzten  Zuschrift  an  das  „Journal  des  Economistes” ­
  aussprach,  auf  jene  beiden  Sätze  ein  consequenteres  System ­
  gründen  zu  können',  als  die  Welt  jemals  gesehen  habe,
war  eine  Illusion  und  macht  heute  einen  komischen  Eindruck.
Jene  beiden  Wahrheiten,  dass  Dienste  gegen  Dienste  ausgetauscht ­
  werden,  und  dass  der  Werth  ein  Verhältniss  von  Diensten ­
  sei,  sind  wirklich,  soweit  sie  einen  klaren  Sinn  haben,
ausserordentlich  leer  und  unschuldig.  Soweit  man  aber  noch
etwas  ganz  Besonderes  dabei  denken  soll,  ist  der  zweite  Satz
sogar  unklar.  Irgend  ein  Dienst,  d.  h.  irgend  eine  Leistung
von  gegebener  Beschaffenheit  und  Grösse  müsste  als  Einheit
und  Maass  genommen  werden,  wenn  die  Vorstellung  von  einem
Verhältniss  (rapport)  einen  deutlichen  Sinn  erhalten  sollte.
Hiedurch  würde  man  aber  auf  die  Arbeit  zurückkommen,  von
der  auch  Bastiat  in  allen  seinen  vorangehenden  Schriften  stets
im  Sinne  Adam  Smiths  geredet  hatte.
Hienach  bleibt  von  der  Werththeorie  Bastiats  nur  das
übrig,  was  er  entlehnte,  nämlich  die  hochwichtige  Trennung
von  Nützlichkeit  und  Werth.  Hierüber  verlieren  wir  weiter
kein  Wort,  da  die  Sache  schon  bei  der  Darstellung  der  Careyschen
  Ideen  erledigt  ist.  Nur  sei  bemerkt,  dass  Bastiat  über
die  früheren  Ideen  der  Nationalökonomen,  namentlich  aber
über  diejenigen  Ricardos,  die  er  doch  bekämpfte,  nicht  allzu
genau  orientirt  war.  Ein  anderer  Punkt  in  der  Werththeorie
ist  die  Vorstellung,  dass  nicht  die  aufgewendete  Arbeit,  sondern ­
  diejenige,  welche  der  Käufer  zur  Herstellung  des  Gegenstandes ­
  würde  selbst  aufwenden  müssen  oder,  mit  andern
Diibring,  üesebiebte  der  Nationalökonomie.  2.  Auflage.  28
            
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