Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Was  soll  man  davon  denken,  dass  sich  Bastiat  in  der  Oekonomie
  leidenschaftlich  gegen  das  Raubsystem  erklärte  und  ein
geistiges  Analogon  desselben  in  der  literarischen  Production
selbst  ausübte?  Was  soll  man  überhaupt  von  seiner  Einmischung ­
  des  GerechtigkeitsbegriflFs  in  die  Frage  der  Interessenharmonie ­
  halten,  sobald  man  weiss,  wie  wenig  Gerechtigkeitssinn ­
  er  selbst  noch  Angesichts  des  nahen  und  gewissen
Todes  bekundet  hat?  Hier  muss  also  der  maskirto  Egoismus
des  Charakters  zur  Erklärung  aushelfen,  und  wir  werden  einem
Bastiat  kein  Unrecht  thun,  wenn  wir  auch  die  besondere  Gestaltung ­
  seiner  Position  gegen  den  Bocialismus  auf  seine
charakteristische,  der  vollen  und  ganzen  Wahrheit  unfähige
Denk-  und  Gefühlsart  zurückführen.  Man  lasse  sich  durch
den  Affect  oder  vielmehr  die  Affectation  nicht  täuschen,  welche
in  den  „Harmonien”  eine  Rolle  spielt.  Man  denke  stets  daran,
dass  der  Verfasser  in  der  allgemeinen  Weltanschauung  auf  der
Seite  des  Obscurantismus  und  der  Unwissenschaftlichkeit  stand,
und  dass  sich  ein  jesuitisches  Gebilde  ergeben  musste,  wenn
die  politisch  halbdemokratischen  Vorstellungen  mit  den  Erinnerungen ­
  an  einen  de  Maistre  verträglich  werden  sollten.  Man
lasse  sich  auch  ferner  nicht  durch  das  Maass  von  Ueberzeugungen
  täuschen,  die  sich  einmischten.  Derartige  Doppelgebilde, ­
  bei  denen  man  zwischen  Beschränktheit  und  halbbewusster ­
  Unredlichkeit  die  Wahl  hat,  sind  nicht  allzu  selten.
Mögen  immerhin  Züge  vorhanden  sein,  welche  den  Charakter
Bastiats  über  den  seiner  meisten  Bundesgenossen  erheben,  so
war  doch  die  praktische  Position,  die  er  einnahm,  eine
schiefe  und  der  Wahrheit  von  Natur  nicht  günstige.  Wir
werden  hienach  die  Oberflächlichkeit  der  Bastiatschen  Wendungen, ­
  soweit  sie  ihm  eigenthümlich  angehörten,  leicht  begreifen. ­

Er  legt  den  Ton  darauf,  dass  es  nicht  überhaupt  die  Interessen, ­
  sondern  die  gerechten  Interessen  sind,  die  sich  in  Harmonie ­
  befinden  sollen.  Das  Wörtchen  „gerecht”  schlicsst  hier
aber  eine  Welt  ein,  die  einem  Bastiat  in  der  Hauptsache  verschlossen ­
  blieb.  Seine  natürliche  Arbeitsorganisation,  die  er
der  künstlichen  der  Socialisten  entgegensetzt,  ist  selbst  ein  erdichteter ­
  und  nichts  weniger  als  natürlicher  oder  gar  historischer ­
  Begriff.  Die  Ausmerzung  des  Raubsystems  und  des
Monopolrcgimes  aus  den  Ueberlioferungen  der  Geschichte  ergiebt
            
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