Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

4G0

es  klar,  in  welcher  Richtung  sie  die  universelle  Auffassung  des
Creditsystems  unterstützen.  Die  Intervalle,  in  denen  Leistung
und  Gegenleistung  ineinandergreifen,  bestimmen  die  natürliclieu
Fristen  für  die  Oreditgeschäfte  oder  creditmässigen  Formen
solcher  Verkehrshandlungen,  die  nicht  ausschliesslich  dem  abgesonderten ­
  Creditmechanismus  angehören.  Das  Vertrauen  ist
eine  Vorbedingung,  aber  nicht  die  eigentliche  Ursache  des
Credits,  und  wir  können  daher  zu  der  Macleodschen  Theorie
die  Bemerkung  hinzufügen,  dass  es  mit  den  Vorstellungen  von
der  Rolle  des  Vertrauens  im  Credit  eine  ähnliche  Bewandtniss
gehabt  habe,  wie  mit  den  Ansichten  über  die  Nützlichkeit  rücksichtlich ­
  des  ökonomischen  Werths  der  Dinge.  Unser  Schottischer ­
  Credittheoretiker  hat  das  Verdienst,  in  diesem  engem
Gebiet  mit  einem  entscheidenden  Vorurtheil  in  einer  ähnlichen
Weise  aufgeräumt  zu  haben,  wie  es  in  der  allgemeineren  Sphäre
der  ökonomischen  Gesammtanschauung  Carey  mit  dem  Vorurtheil ­
  über  den  Werth  gethan  hat.
11.  Die  Macleodsche  Darstellung  der  Oekonomic  hat  eine
Seite,  von  welcher  sie  noch  mehr  als  diejenige  Bastiats  für
einen  in  formale  W^issenschaftlichkeit  gehüllten  Ausdruck,  des
reinen  Manchesterthums  und  der  zugehörigen  Vulgärökonomie
gelten  kann.  Sie  kennt  nämlich  den  Begriff  der  Vertheilung,
als  einer  Bestimmung  der  Antheile  der  verschiedenen  Classen,
so  gut  wie  gar  nicht.  Sie  behauptet  im  Gegentheil  mit  einer
seltsamen  Naivetät,  dass  alle  Vertheilung  nur  in  dem  Austausch
bestehe.  Circulation  und  Vertheilung  sind  ihr  einunddasselbe,
womit  sie  denn  grade  von  alledem,  was  sich  besonders  bei  Ricardo ­
  berücksichtigt  fand,  sowie  von  dem  Wesen  des  auf  die
Kritik  der  Vertheilung  gerichteten  Socialismus  nicht  das  Mindeste ­
  versteht.  Die  Unbefangenheit,  mit  der  sie  sich  in  die
eng  abgesteckte  Behausung  der  Ockonomie,  als  wäre  dieselbe
eine  blosse  Wissenschaft  des  Austausches,  unbekümmert  um  die
grossen  Fragen  der  Socialität  einpfercht  und  den  Menschen
nach  Whatelys  Ausdruck  als  ein  austauschendes  Thier  deñnirt,
ist  in  der  That  Angesichts  der  heutigen  Geistesströmungen
recht  seltsam  und  ein  Zeichen  arger  Rückständigkeit.  Sie  ist
aber  insofern  dankenswerth,  als  sie  ein  respectables  Beispiel
für  Dinge  und  Standpunkte  liefert,  an  deren  uneingeschränkte
Möglichkeit  im  Rahmen  eines  wissenschaftlichen  Systems  man
sonst  nicht  glauben  würde.  Für  den  mehr  praktisch  Denkenden
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.