Blister
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Blutegel
sächlich zur Bereitung verschiedener Farben und
Bleipräparate sowie in der Technik und Photo
graphie benutzt. Die Versendung geschieht in
Fässern.
Blister, Tierheilmittel verschiedener Zusam
mensetzung, welche meist Kanthariden und
Euphorbiumharz enthalten.
Blitzlichtpulver für photographische Aufnah
men enthalten sämtlich als schnell entzünd
liche Körper Magnesium- oder Aluminiumpulver,
während als Sauerstoffüberträger meist chlor-
saures Kali allein oder im Gemisch mit Salpeter,
Kaliumperchlorat, Kaliumpermanganat, Barium
superoxyd, Braunstein, Schwefelantimon usw. in
wechselnden Mengen Anwendung finden. Sehr
wirksame und dabei ungefährliche Präparate
werden neuerdings aus den Oxyden der seltenen
Erden hergestellt. So besteht ein Agfa-Blitz-
licht aus 53% Zeronitrat, 39% Zerosulfat und
8 «Io Ammoniumnitrat.
Blumen, künstliche (frz. Fleurs artificielles,
engl. Artificial flowers) sowie künstliche Knos
pen und Blätter bilden als Haar- und Hutschmuck
für Frauen, zu Dekorationszwecken u.dgl. einen
wichtigen Handelsartikel. Zur Herstellung
der früher bevorzugten Phantasieblumen wur
den besonders Vogelfedern, Chenille, Stroh und
Fischbeinplättchen benutzt. In Italien fertigte
man wohl auch aus den Kokonhäutchen als Fiori
di bozzolo bezeichnete Bl. Neuerdings legt man
größeren Wert auf möglichst getreue Nach
ahmung der natürlichen Pflanzenteile um# ver
wendet dazu vorzugsweise gewebte Stoffe und
Papier, von ersteren namentlich leinenen und
baumwollenen Batist, Perkal, Musselin, ferner
seidenen Flor, Taft, Atlas und Samt. Die
Stoffe sind entweder schon in den erforderlichen
Farben gefärbt, oder man gibt den bereits ferti
gen Blütenteilen die Farbe erst durch Bemalen
'sah dem Pipsei. Die Blätter, Blütenblätter und
Kelche werden durch Ausschlagen mit scharf
schneidigen stählernen Ausschlageisen auf einer
bleiernen Unterlage, in einzelnen Fällen auch
durch Zurechtschneiden mit der Schere her
gestellt. Die Hervorbringung von Adern und
Kippen in den grünen Blättern (das Gaufrieren)
geschieht durch Pressen zwischen metallenen
Stempeln, die Krümmung und Wölbung vc
Blättern und Blütenblättern durch Bearbeitung
fuit erwärmten eisernen Werkzeugen. Zur An-
bp. r| ügung der Stiele und Stengel dient geglühter
Eisendraht, der mit Seidengewebe oder grünem
Papier umwickelt wird. Der Ursprung der Fa
brikation ist in Italien zu suchen, von wo sie
^ c h nach Frankreich (an erster Stelle Paris) und
Österreich (Wien und Nordböhmen: Nixdorf,
bchluckenau, Hainspach) ausdehnte. Die deut
schen Erzeugnisse, welche jetzt den Pariser
v °lhg ebenbürtig sind, werden in ständig wach
sendem Umfange besonders in der Gegend von
Eebnitz, Stolpen und Pirna, in Dresden und Pot-
schappel sowie in Berlin, Leipzig und München
bcrgestellt. Manche Fabriken liefern nur ein
zelne Blütenteile und Blätter. — Eine andere
Ect künstlicher Bl. und ganzer Blattpflanzen für
nketts, Kränze und Zimmerschmuck wird in
großer Naturtreue aus bemaltem Blech herge
stellt.
Blumen,natürliche (frz. Fleurs, engl. Flowers),
frische, geschnittene Blumen (Schnittblumen)
werden vor allem in Frankreich auf den groß
artigen Blumenmärkten in Marseille und Paris ,
(vgl. Parfümerien) vertrieben, doch haben auch
England, Italien, Belgien, Holland und Deutsch
land ausgedehnte Kunstgärtnereien, in denen sie
im freien Land oder, für den Winterbedarf, in
Gewächshäusern gezogen werden. Deutsche
Großgärtnereien finden sich besonders in der
Gegend von Berlin, Hamburg (tropische Orchi
deen), Dresden, Eisenach, Köln, Frankfurt, Leip
zig, Quedlinburg und Erfurt (Spezialitäten). Die
ungeheure Einfuhr aus Italien und Südfrank
reich im Werte von Millionen macht den deut
schen Gärtnern unnötig Konkurrenz. — Als ge
trocknete Blumen (Immortellen) kommen
künstlich gefärbte Kompositen (Chrysanthe
men, Gnaphalium), die bei Leipzig und Erfurt
angebaut werden, in den Handel.
Blumennährsalze zum Düngen von Topfpflan
zen kommen in folgender Zusammensetzung
zum Plandel: 1. 100 g Superphosphat, 25 g Bit
tersalz, 25 g Kalisalpeter, 25 g Kaliumphosphat,
5 g Eisenphosphat. 2. 40 g Ammoniumnitrat,
20 g Ammoniumphosphat, 25 g Kalisalpeter, 5 g
Ammoniumchlorid, 6 g Kalziumphosphat, 4 g
Eisenvitriol. Die Lösung von 2 g dieser Mi
schungen in 1 1 Wasser dient zum Begießen.
Blumenzw'ebeln (frz. Oignons ä fleurs, engl.
Flower-bulls). Die Zwiebeln von Hyazinthen,
Tulpen, Krokus, Narzissen, Gladiolus, Szilla,
Muskari u. a., die wegen ihrer schönen Blüten
im Zimmer, Glashaus oder im Freien gezüchtet
werden, bilden einen wichtigen Handelsartikel,
der besonders von Holland (Haarlem) in großem
Umfange vertrieben wird. Der Versand erfolgt
Ende August bis Anfang November.
Blut (lat. Sanguis, frz. Sang, engl. Blood).
Das gesammelte Blut der Schlachttiere aus den
Schlachthäusern größerer und mittlerer Städte
bildet, soweit es nicht zur Bereitung von Blut
wurst, zum Anstreichen von Wänden usw. be-
nu:zt wird, jetzt im trockenen Zustande einen
Handelsartikel. Das B. wird entweder einfach
durch Verdampfen zur Trockene gebracht und
die trockene, Masse dann gemahlen, oder man
scheidet zunächst das Eiweiß (Blutalbumin s.
Albumin) ab und bringt das übrige zur Trok-
kene. Das auf die eine oder andere Weise ge
wonnene trockene B. wird im gemahlenen Zu
stande als Blut me hl entweder direkt an die
Landwirte oder häufiger an die Superphosphat
fabriken als Düngemittel verkauft. Der Wert
des Blutmehls beruht hauptsächlich auf seinem
Stickstoffgehalt, welcher im Mittel 11,8 0/0 be
trägt. Die Menge der Phosphorsäure ist gleich
1,20/0. Das Biutmehl des Handels, ein braunes,
feinkörniges Pulver von leimartigem Geruch, muß
an ganz trockenen Orten aufbewahrt werden,
damit es nicht durch Anziehung von Feuchtig
keit in Fäulnis übergeht,
Blutan, ein Mittel gegen Bleichsucht und Blut
armut, besteht aus einer mit Kohlensäure im
prägnierten Eisenmanganpeptonatlösung.
Blutegel (lat. Hirudines, frz. Sangsues, engl.
Seechs, Blood-suckers), Ringelwürmer aus der
Gattung der Kieferegel, Unterfamilie der Hiru-
dinea, bilden die höchst organisierte Klasse der