fullscreen: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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die Zollverhältnisse einzuwirken, schliefslich wirtschaftlich isoliert 
blieb und ausschied. 
Grofse Entrüstung erregte es, als Preufsen einer bundes- 
mäfsigen Zollpolitik absagte, indem es 1816 und 1818 sein Zoll 
wesen auf modernen Fufs stellte, alle Binnenzölle abschaffte und 
reinen Grenzzoll einricbtete. 
Es war zwar nicht mehr das alte Prohibitivsystem, das Friedrich 
der Grofse seinerzeit betrieben hatte, sondern ein gemätsigter 
Schutzzoll, wie er allmählich modern geworden war, aber die 
Wirkungen waren fühlbarer in einer Zeit, der die Eisenbahnen 
demnächst die Existenz auf Grund intensiver Verkehrs Wirtschaft 
verbürgen sollten, wegen der Aufhebung der inneren Belastung, 
und weil die ganze Monarchie davon ergriffen wurde, mit 
allen ihren das übrige Deutschland trennenden Teilen, während 
das frühere System nur für die östliche Hälfte, nicht für die damals 
noch zerstreuten westlichen Besitzungen hatte durchgeführt werden 
können 1 ). Die Jahre vor dem Zollverein sind nahezu die schlimmsten 
für den Handel gewesen, der von den Plätzen aufserhalb der Grenzen 
der Einzelstaaten ausging, sich auch nicht auf einen umgrenzten 
Einzelstaat oder einen partikulären Bund zu beschränken vermochte, 
also vor allem für den Handel, der von den Hansestädten ausging * 2 ), 
*) Vgl. a. W. Weber, Der deutsche Zollverein, Leipzig 1869, S. 2. 
2 ) Die beiden folgenden Akten habe ich bereits anderswo einmal mitgeteilt, 
sie gehören aber recht eigentlich hierher: Schreiben bei den Akten der Fracht- 
fuhrwerks-Inspektion in Bremen, als 1826 durch Zolldirektor Niemeyer in Verden 
das Ansinnen von Hannover gestellt war, die Bremer amtlichen Güterbesteder 
(Frachtmakler) sollten für die Manifestierung an den hannoverschen Grenzzöllen 
beteiligt werden, wodurch Bremen das Dmladen in Brinkum und Hannover das 
Erbauen eines Packhofes erspart würde. „Wer ehemals Oberländische Handlungs 
geschäfte getrieben hat, und daher mit Sachkenntnis auf den gegen 
wärtigen Gang derselben blickt, der kann nicht anders als trauernd und voll 
böser Ahnung für die Zukunft auf denselben sehen. Alle ihm sonst offenen 
Länder nah und fern sind jetzt gesperrt mit Douanen und Zoll-Linien umgeben 
und sind daher für den Solidität und Rechtlichkeit gewöhnten Kaufmann 
verloren. Nur der die Hand zum Schmuggel bietet kann noch Geschäfte 
machen und diese sind sehr gefährlicher Art, nur gering und nicht von Dauer. 
Dafs wir freye Bremer nun aber noch behülfiich sein sollen auch diesen zu 
schmählern und zu Wasser und zu Lande mitzuwirken, dafs ein sich selbst 
geschlossener Staat nicht hintergangen werde, ist so hart als vielleicht in der 
Folge mit grofsem Unglück verbunden. — So wie indessen die Sache jetzo 
liegt sollen wir uns dessen fügen und so fragt es sich denn nur, wie man das 
an uns gelangte Ansinnen „die von hier ins Hannoversche fahrende 
Fuhrleute mit Manifeste zu versehen“ für unsern Staat und dessen 
Handel möglichst unschädlich macht. Nach meiner Meynung ist dazu erforderlich:
	        
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