Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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das  Wesen  des  modernen  Zoll-  und  Wirtschaftssystems  auf  Nationen
zugeschnitten  ist,  so  führte  Deutschland  in  seinen  Einzel-  und  Kleinstaaten ­
  zunächst  noch  notgedrungen  eine  Tragikomödie  auf.  De
Pradt  kamen  in  der  Zeit  der  partikulären  Zollstaaten  und  beginnenden

In  älterer  Zeit  war  namentlich  das  Strafsennmfahren  beliebt,  das,  da
immer  mehr  Wehrzölle  auf  den  Seitenstrafsen  es  an  sich  unrentabel  machten
(Als  Beispiel  des  ausgebildeten  Wehrzollsystems  vgl.  das  Zoll-  und  Wehrzollverzeichnis ­
  im  Gründl.  Bericht,  die  Churbaier.  Mauth-  u.  Polizey-Verordnung
u.  die  hierüber  zu  Regensb.  entst.  Beschwerden  betr.,  s.  1.  1771,  S.  36,  37,  39,
42,  43,  46.),  auch  wegen  der  besseren  Wege  betrieben  wurde.  So  fuhren  darum
Leister  und  Geller  Fuhrleute  1760  die  hannoversche  Strafse  statt  der  Geller,
wofür  der  Zollbediente  Stüve  zu  Dreye  2  o/f  Strafe  statt  der  gesetzten  10  o/f
nahm  (vgl.  a.  Altonaischer  Merkur  1838,  Nr.  143,  vom  15.  Aug.;  C.  W.  Asher,
Einige  Bemerk,  ü.  d.  n.  Zollordn.  f.  d.  Herzogth.  Schleswig  u.  Holstein  u.
der.  Bez.  z.  Stadt  Lübeck  u.  Hambg.,  Hambg.  1838,  S.  10,  11.),  was  bei  der
Sistierung  zweier  Bosses  von  Arsten  herauskam,  [Br.  Staatsarch.—Abdruck
hannoverscher  Zollverordn,  von  1674  ab  (Zollplätze  etc.)  bei  F.  v.  Wissel,
Versuch  einer  Abh,  de  jure  vectigali,  Zelle  1771,  S.  229  ff.,  w.  H.  Ges.-S.  u.  a.]
In  der  Zollvereinszeit  entwickelte  sich  ein  besonders  starker  Schmuggel
von  Anhalt,  wohin  die  Waren  zollfrei  auf  der  Elbe  gingen,  sowie  auch  von  den
Harzdistrikten  aus.  Die  Bevölkerung  verhielt  sich  in  Anhalt  gegen  Preufsen
wie  9;  1000,  die  nach  Anhalt  eingeführten  Waren  wie  64  :1000,  also  ein  siebenfacher ­
  Betrag  gegen  Preufsen;  baumwollene,  wollene,  seidene,  halbseidene
Zeuge,  Weine,  wie  165,  91,  125,  77,  83:1000.  Stark  geschmuggelt  wurde  auch
von  Baden,  dessen  Tarife  das  begünstigten.  In  Kurhessen  gingen  bewaffnete
Banden  gegen  die  Zollwächter  vor.  —  Vgl.  a.  E(dmund)  R(othe),  Erlebtes
und  Erstrebtes,  aus  der  Jugendzeit,  I.  Teil,  Bremen  1899,  S.  232,  250;
W.  Oechelhäuser,  Erinnerungen  a.  d.  J.  1848  bis  1850,  Berlin  1892,
S.  63;  u.  a.
Zu  dem  grofsartigen  Schmuggel  von  Tönning  in  der  Zeit  der  Kontinentalsperre ­
  stehen  hübsche  Schilderungen  in  Klaus  Groths  Um  de  Heid,  in  Bremen
sind  die  Geschichten  von  Hauptmann  Böse  bekannt,  dessen  Lebensgeschichte
Hermann  Allmers  geschrieben  hat.  Vgl.  a.  H.  Hoops,  Gesch.  d.  Gern.
Grambke  u.  Büren,  Bremen  1905,  S.  234;  J.  H.  Duntze,  Gesch.  d.  fr.  Stadt
Bremen,  IV.  Bd.,  Bremen  1861,  S.  776ff.,  786;  H.  Dehning,  Eine  neue  Waldund
  Heidefahrt,  Br.  Nachrichten.  Sonntagshlatt,  1905,  3.  Sept,;  Aus  Bremen,
Rheinischer  Merkur,  1814,  18.  Dez.,  Nr.  165;  Memoires  de  M.  de  Bourrienne,
ed.  Ladvocat  en  10  vol.,  Paris  1829  (Memoires  contemporains),  p.  228,  231,
233,  238,  264,  291,  332;  Georges  Servieres,  Le  röle  de  Bourrienne  ä
Hambourg  (1805—1810),  Revue  Historique,  XXIX«  annee,  1904,  tome  LXXXIV,
p.  247,  248,  tome  LXXXV,  p,  46,  47,  49,  53,  59,  61,  63,  64;  id.,  L’annexion
et  l’organisation  des  departements  hanseatiques,  La  Grande  Revue,  VI«  annee,
tome  IV,  1902,  p.  660  et  suiv.;  Fr.  Thimme,  D.  inn.  Zustände  d.  Kurfürst.
Hannover  u.  d.  Franz.-Westfäl.  Herrschaft  1806—1813,  I.  Bd.,  Hann,  u.
Leipz.  1893,  S.  404  ff.,  425;  Paul  Darmstädter,  Studien  z.  Napoleon.
Wirtschaftspolitik,  Vierteljahrschr,  f.  Social-  u,  Wirtschaftsg.,  II.  Bd.,  S.  578,
595,  Emil  Pleitner,  Oldenburg  im  19.  Jahrhundert,  L  Bd,,  Oldenbg.  i.  G.
            
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