Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn. 23. Fernverkehr der Privatleute. 
109 
Der Ausdruck 'òià ôripoaituv’ kann zu einem bloßen 'òr)- 
poaiujv’ zusammenschrumpfen (vgl. das nähere im Abschn. 37). Das 
ersieht man aus BGÜ. 67 (199 n. Chr.). Diese Urkunde ist eben 
falls eine Dienst-Rückmeldung des zweiten Speichers an 
den ersten Speicher in Sachen des Giro-Fern Verkehres. An der 
selben Stelle, wo im vorhergehenden Beispiele *òià xinv ànò Zok(vo- 
TTttiou) Nncr(ou)* steht, steht hier *ZoKV07r(aion) Niiaou bripoffiujv*. 
In beiden Fällen sind die Staatsbauern von Soknopaiu Nesos die 
Giro-Aussteller. Die Urkunde BGU. 67 lautet: 
’'Etouç Î Ao[u]kíou ZeTTTipiou Zeouppou EodeßoOg TTepii- 
vuKoç ’ApaßiKOÖ ’AbiaßriviKoO ITapOiKoO M€TÍcr[TOu] Kai Map- 
Kou AupriXiou ’Avtujvívou Zeßaaiöiv, TTaüvi k. AibfTtuv Kai 
TTroXepaîoÇ Kai TTaueípioç Tp(appaT€iç) ô'itoX(ôtujv) Kin(pnG) 
NeíXou TróX(€ujç). MepeTpiipeOa èv Oriffaupúj Tfjç iTpoK(eipévriç) 
Kih(priç) pérpuj br|(poa(uj) Eemôi àtrò T€vri(|iáTUJv) xoú aò- 
XOÛ exouç ZoKVOTr(aíou) Npaou òtipoaíiuv TTdiç Zaxa- 
ßoüxo? Trup[o]û (dpxdßa?) òéKa, ï(ivovxai) (uupoO dpxdßai) i. 
AßoOg ZaxaßoOxo[g] ópoíiuç (irupoO dpxaßag) TrevxiÍKOvxa, 
T(ívovxai) (xrupoû apxaßai) v. K [ai] Z[xox]of|T[i]ç Zaxa- 
ßoO[xo]? ópoíouç (iTupoû dpxdßag) eÏKom òúo ppicTu òcuòéKaxov, 
T(ívovxai) (xcupoO dpxaßai) Kß (ppiau) (òujòéKaxov). 
Die Giroempfänger sind TTâiç, AßoOg und Zxoxopxiç. Sie 
stehen im Nominativ, was bei derartigen Urkunden nicht weiter 
auffallen darf. Alle drei Empfänger wohnen im Dorfe NeiXou ttóXiç 
des Faijum. Den drei Empfängern steht nur ein einziger Zahler 
gegenüber, nämlich die Genossenschaft der Staatsbauern in Sokno 
paiu Nesos. Es ist wohl ausgeschlossen, daß die Urkunde eine 
Girobenachrichtigung seitens des zweiten Speichers (in Neilupolis) 
an die drei Empfänger ist, denn eine Benachrichtigung an drei 
Empfänger auf einem Blatte ist unwahrscheinlich. Auch kann die 
Urkunde keine für den Girozahler bestimmte Giroquittung sein, 
denn sie ist nicht vom (ersten) Staatsspeicher zu Soknopaiu Nesos 
ausgestellt worden, sondern vom (zweiten) Staatsspeicher in Neüu- 
polis. Folglich bleibt nur übrig, daß der Staatsspeicher in Neilu 
polis die Urkunde für den Staatsspeicher in Soknopaiu Nesos aus 
gefertigt hat; die Urkunde ist mithin eine Dienst-Rückmeldung 
des zweiten Speichers an den ersten Speicher. Auch hier^ 
wird im Kopfe der Urkunde nicht, wie sonst allgemein, die 
‘ vgl. oben S. 57 u. 105.
	        
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