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Die Wirtschaftlichkeit.
niker gebraucht sogar das Wort Rentabilität, wenn er den technischen Aufwand
an Stoffen und Kräften, sowie die erzielte Leistung in Geld faßt, um den techni
schen Wirkungsgrad vergleichbar zu machen und ihn als Geldziffer in die Kapital
rechnung einzufügen. Genau gesehen, handelt es sich um eine Art technische
Rentabilität, die an der technischen Anlage haftet, einer Maschine, einer
Transportanlage, einer Kraftstation. Die Betriebs-Wirtschaftlichkeit wie die
Unternehmungs-Wirtschaftlichkeit ist mehr als diese rechnerische Erfassung der
Technik: ist die Wirtschaftlichkeit des ganzen Betriebes, der ganzen Unterneh
mung, eben des ganzen Wirtsohaftsbetriebes mit allen seinen Einrichtungen, seinen
Beziehungen zum Markt und seiner Kapitalausstattung. Deshalb sollten die Tech
niker im Bereiche der Technik von der technischen Wirtschaftlichkeit oder besser
und deutlicher vom Wirkungsgrad sprechen.
Schlimmer ist nun aber, daß Techniker und leider auch Wirtschaftsrechtler dazu über
gehen, die beiden Begriffe: Rentabilität und Wirtschaftlichkeit, die wir soeben entwickelt
haben, durch das Wort Wirkungsgrad zu ersetzen. Der vermutliche Grund ist: da angeblich
die Bezeichnungen Rentabilität und Wirtschaftlichkeit nicht hinreichend unterschieden wer
den können, für sie einfach Wirkungsgrad zu sagen. Nun ist das Durcheinander da: an
Stelle der Klarstellung ist der Unklarheit Tür und Tor geöffnet. Man braucht nur einen
Prüfungsbericht zu lesen, in dem Rentabilität, Wirtschaftlichkeit und Wirkungsgrad einfach
ausgewechselt sind, ohne ihre sprachlichen und herkömmlichen Unterschiede zu beachten, um
zu erkennen, wie nötig es ist, daran zu erinnern, daß es auch in der Wirtschaft erforderlich ist,
eine klare und eindeutige Sprache zu sprechen. Man bestellt ja auch nicht beim Kellner ein
Gericht Hühnerragout, wenn man zwei Eier im Glase haben will.
3. Die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit. Wirtschaftlichkeit bedeutet Anwen
dung des wirtschaftlichen Prinzips im Wirtschaftsbetrieb. Sie bezieht sich —- wie
wir gesehen haben —- auf alles, was an Mitteln und Kräften zu einem Betrieb
zusammengefaßt wird. Praktisch läuft die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit auf
die beiden Möglichkeiten hinaus: Verbesserung der Leistung ohne entsprechende
Erhöhung der Kosten oder Senkung der Kosten ohne Beeinträchtigung der Lei
stung. Diese Bestimmung schließt nicht aus, daß unter Umständen auch eine Ver
besserung der Leistung unter gleichzeitiger Senkung der Kosten möglich sein kann.
In der Regel liegen die Dinge so, daß der Betrieb über eine bestimmte Größe,
über entsprechende Einrichtungen und über eine Leistungsfähigkeit verfügt, die
unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit des Arbeitsablaufes eine bestimmte Art
und Menge von Gütern hervorzubringen gestattet. Gebt man von der Gegeben
heit einer bestimmten Leistungsfähigkeit des Betriebes aus, so erfordert die Wirt
schaftlichkeit in erster Linie, daß die Leistungsbereitsohaft des Betriebes voll aus
genutzt ist. So steht am Anfang die Herbeiführung eines günstigen Beschäfti
gungsgrades, was nicht gerade die größtmögliche technische Ausnutzung und Be
anspruchung zu sein braucht. Hierzu sind entweder Aufträge von außen her er
forderlich oder es muß vorübergehend auf Lager gearbeitet werden. Jedenfalls ist
die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit in hohem Maße, auch abgesehen von den
Kosten und Preisen, vom Markt abhängig. Hier greift die Preispolitik ein, mit
deren Hilfe der Beschäftigungsgrad geregelt werden soll. Von ihr ist im 2. Buche
eingehend gesprochen worden.
Weiter wird es darauf ankommen, den Einsatz an Arbeitsmitteln zu verrin
gern. Hier ist zu unterscheiden, ob dies durch bessere Anordnung und Ausnutzung
der vorhandenen technischen Mittel, oder durch bessere Arbeitsverfahren der Mit
arbeiter, oder durch Ersetzung menschlicher Arbeit durch vermehrte Werkzeuge
und Maschinen zu erreichen ist. Immer wird das Ziel sein, eine Senkung der Kosten
Wirtschaftlichkeit ist eine Präge der Konstruktion und Pahrweise;
die wirtschaftliche Konstruktion ist Voraussetzung für wirtschaftliche Pahrweise;
die Ingenieure der Werke kennen die Erfordernisse der wirtschaftlichen Bauweise;
die wirtschaftliche Pahrweise war Gegenstand fahrtechnischer Versuche.