Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

6. Kapitel 
Der Ldelmetallbestand in den großen Lanken 
Deutschlands, Englands, Frankreichs ist eben das Be 
triebskapital dieser Länder in der zweckentsprechend 
sten Form. 
Länder, die solche Betriebskapitalien nicht haben, 
denen also die Goldbasis fehlt, leiden daher an genau 
den analogen Schwierigkeiten, an denen Privatunter 
nehmer unter gleichen Bedingungen zu laborieren 
haben, bis zu dem Punkte, daß sie ihren Bankerott 
erklären müssen. 
Wenn ein großes Handelshaus nicht genügend 
flüssiges Betriebskapital hat, um jederzeit seinen Ver 
pflichtungen nachkommen zu können, so kommt es in 
die Zwangslage, werte angreifen zu müssen, die es 
gern behalten hätte, und die die Grundlage des Ge 
schäftes bilden. 
Dadurch erhält der Betrieb etwas Unsicheres und 
verliert die Konkurrenzfähigkeit gegenüber solchen, die 
nicht zu diesen Mitteln zu greifen brauchen. Genau 
so bei den großen Betriebsgenossenschaften, die wir 
Staaten nennen. Solange diese ihren internationalen 
Verpflichtungen durch Schiebungen des Goldbestandes, 
also mit dem vorhandenen Betriebskapital, erfüllen 
können, werden die Verhältnisse gesund und stabil 
bleiben. Dabei ist es gar nicht immer nötig, daß 
das Gold zur Begleichung der Zahlungsbilanz wirklich 
hin- und hergeschoben wird. Das Vorhandensein des 
Betriebsfond genügt in den meisten Fällen, die Nach 
barn zu veranlassen, sich mit Surrogaten zu begnügen. 
Erweist sich der Betriebsfond aber als ungenü 
gend, oder fehlt er ganz, wie bei Ländern mit Papier 
währung, dann sind diese häufig gezwungen, um ihren 
internationalen Verpflichtungen nachzukommen, ent-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.