Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

Über  ökonomische  Werte

Wert  ist  es  ganz  gleichgültig,  ob  er  ihn  gefunden,
geraubt  oder  erarbeitet  hat.  Der  Wert  ist  die  Arbeit,
ie  ihm  ein  anderer  dafür  leistet  aus  der  Summe
^  3 ur  normalen  Erhaltung  seiner  Familie  nötigen
eit.  In  anderen  Worten:  es  ist  die  Arbeitszeit,  die
er  sich  durch  den  Besitz  dieser  Sache  erspart  hat,
nicht,  die  er  hineingesteckt  hat,  und  das  ist  auch  psychologisch ­
  durchaus  folgerichtig.  Wert  hat  nur  etwas,
as  man  erstrebt,-  Arbeit  selbst  erstrebt  man  nicht,
ste  hat  demnach  an  sich  keinen  Wert,  kann  also  auch
anderen  Dingen  keinen  Wert  verleihen,  aber  Ñreitsersparnis
  hat  einen  Wert,  weil  ein  jeder
sie  begehrt.  Daher  haben  wir  in  ihr  den  Wertmesser
und  nicht  in  der  Arbeit  selbst.
Henry  George  formuliert  dieses  Problem  in  seiner
Science  of  Political  öconomy  S.  246  wie  folgt:
"Wcht  die  Arbeit,  die  ein  Gegenstand  herzustellen
gekostet  hat,  bestimmt  seinen  Wert.  Lr  mag  viel  Mühe
und  Arbeit  enthalten  und  kann  deshalb  doch  vollständig ­
  wertlos  sein,  während  umgekehrt  in  einem  sehr
wertvollen  Artikel  nur  sehr  wenig  Arbeit  zu  stecken
raucht.  Der  Wert  wird  bestimmt  durch  die  Arbeit,
ie  andere  in  diesem  Augenblicke  in  direkter  oder  inirekter
  Weise  gewillt  sind,  dem  Eigentümer  im  Ñusausch
  gegen  den  bezahlten  Gegenstand  zu  ersparen.
Sie  geben  ihm  ihr  Arbeitsresultat  und  entheben  ihn
somit  der  Anstrengung,  die  notwendigerweise  mit  der
Arbeit  verknüpft  ist.  (Db  ich  einen  Diamanten  durch
jahrelange  harte  Arbeit  ans  Licht  befördere,  oder  ob
ìch  wich  einfach  bücke,  um  ihn  aufzuheben,  hat  nichts
wit  feinem  Werte  zu  tun.  Letzteres  kann  gar  nicht
einmal  Arbeit  genannt  werden,  da  in  dem  Bücken
nur  die  Befriedigung  einer  Neugierde  liegt,  also  keine
            
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