Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Arbeitsteilung  und  Kopitalbilbung

Fronden  auferlegt,  Zölle  erhoben,  Privilegien  verteilt,
Staatseinkünfte  verpachtet  usw.  Wie  wir  später  bei
Besprechung  der  Grundrente  sehen  werden,  fließt  alles
das  in  diesem  einen  großen  Sammelbecken  zusammen,  und
aus  ihm  schöpfen  die,  die  die  Macht  in  Händen  haben,
auf  Grund  von  Rechtsformen,  die  sie  zu  ihren  Gunsten
schaffen,  ein  Prozeß,  der  sich  noch  heute  fortsetzt.
Wenn  nun  solches  Rapita!  zum  Maschinenkapital
wird,  dann  ist  es  allerdings  klar,  daß  es  ausbeutend ­
  wirkt,  weil  feine  Verzinsung  eine  Fortsetzung
ist  alten  Unrechts,'  aber  das  ist  denn  doch  nicht  die
schuld  der  Maschine,  sondern  der  alten  Formen  wirtschaftlicher ­
  Ungerechtigkeit.
Die  Tatsache,  daß  das  erarbeitete  und  das  aus
angemaßten  Rechten  stammende,  also  das  legitime  und
das  illegitime  Kapital,  im  Laufe  der  Entwickelung  so
verschmolzen  sind,  daß  heute  eine  Trennung  unmögļich
  ist,  muß  natürlich  anerkannt  werden.  Aber  was
folgt  daraus?  Doch  nur,  daß  wir  das  vergangene  vergangenes ­
  sein  lassen  müssen,  aber  nicht,  daß  wir  ein
wirtschaftliches  Unrecht,  das  wir  als  solches  anerkannt ­
  haben,  auch  noch  in  die  Zukunft  verlängern
und  kritiklos  als  etwas  Unabänderliches  hinnehmen.
Wir  treiben  doch  nicht  Nationalökonomie,  um  das
historisch  Gewordene  zu  registrieren,  sondern  um  Leitsätze ­
  für  eine  vernunftgemäße  und  gerechte  Regelung
unseres  Wirtschaftslebens  zu  finden,  und  wenn  wir
dabei  irgendeine  Unstimmigkeit  entdecken,  so  haben  wir
uns  nicht  dabei  zu  beruhigen,  daß  das  nun  einmal
so  sei,  sondern  wir  haben  zu  untersuchen,  wo  sie
iiegt,  und  je  nachdem  wir  hierbei  das  -Richtige  oder
Derkehrte  treffen,  werden  wir  zu  richtigen  oder  verkehrten ­
  Schlüssen  kommen.
            
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