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8.' Kapitel
varan, daß der Wald erst in einem Menschen
alter anfängt, sein Kapital zu verzinsen, nimmt man
keinen Anstoß, weil man etwas wachsen sieht, das ge
wohnheitsmäßig als wertvoll gilt, wenn der tatsäch
liche Ertrag auch erst in ferner Zeit zu erwarten steht.
Viesen Wechsel auf die Zukunft hält man aber bei den
Aufwendungen für Bildungszwecke nicht für recht sicher,
wie heißt es doch im „Faust" von dem gelehrten Herrn?
was er nicht tastet, steht ihm meilenfern,
was er nicht faßt, das fehlt ihm ganz und gar,
was er nicht rechnet, glaubt er, sei nicht wahr.
Und doch ist das Geld, das der Staat zum hervor
bringen, hüten und pflegen von Intelligenzen
ausgibt, nach einem Menschenalter weit produktiver,
als das, was zur Hervorbringung von Kiefern und
Föhren verausgabt worden ist, um so viel mehr,
als der Geist höher steht als die Materie. Man ge
wöhne sich einmal daran, nicht nur die grobsinnlich
wahrnehmbaren materiellen Dinge als einzig reale
werte, als ein volkswirtschaftlich abschätzbares Etwas
anzusehen. Auch Geist und Geschmack sind durchaus
reale werte, die sogar täglich in Mark und Pfennigen
umgesetzt werden können.
Sie bilden Objekte, die im Austausch mit materiellen
Gütern, wie wir gesehen haben, genau so gut das volks-
vermögen vermehren, wie der Tausch von Sache gegen
Sache.
Betrachten wir von diesem Gesichtspunkte, der
höheren Bedeutung des Konsums im vergleich zur
Produktion, noch zwei weitere Fragen, dasBestreben
auf Verkürzung der Arbeitszeit und die
soziale Gesetzgebung.